Montag, 14. August 2017

[ #Götzis ] Der Franz Fidelis Jubele aus Götzis trifft die Zarin Elisabeth

Jubele, Franz Fidelis um 1813
© : Österreichische Nationalbibliothek
Von der "Zarin" Großfürstin Elisabeth Alexejewna, der Gattin des Zaren Alexanders I. berichtet Ernst Moritz Arndt (*26.12.1769 - †29.1.1860) deutscher nationalistischer / "liberaler" Schriftsteller und Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung) eine amüsante Geschichte, wie sie dem Vorarlberger Freiheitskämpfer in den Franzosenkriegen, dem Maurerpolier Franz Fidelis Jubele aus Götzis begegnete:
"Unter andern seltsamen und hin und wieder abenteuerlichen Personen – unsereiner war ja auch als ein lauschender Abenteurer des Glücks an die Newa gekommen – erschien daselbst im Herbst ein Tiroler, weiland Adjutant des Tiroler Helden Andreas Hofer von Passeier, des Namens Franz Fidelis Jubile, ein stattliches, schönes Mannsbild, ein Dreißiger. Er kam aus England und zeigte gern mit triumphierender Miene eine prächtige, goldgefütterte Dose vor, aus dem Holz des Nelsonschen Admiralschiffes in der Schlacht bei Trafalgar, Victory, gemacht und dem tapfern Tiroler mit Dukaten gefüllt als Abschiedsgeschenk von dem Prinzregenten gegeben. Dieser echt tirolische, höchst lebendige, frische Mann ward in Petersburg wohl über einen Monat hin und her in vielen guten, patriotischen deutschen und russischen Gesellschaften gefunden, war vom General Armfelt auch bei der Herzogin Antonie eingeführt, wo er seine Tiroler Schlachten und Gefechte erzählen und Volks- und Kriegslieder, auch Schimpf- und Schandlieder auf den Rheinbund und auf die Franzosen und Bayern singen mußte, wozu die Herzogin in ihrer Freundlichkeit und Begeisterung für die tirolische und deutsche Sache auf dem Klavier wohl die lustige Begleitung spielte.

Von diesem tirolischen Wunder war auch der Kaiserin Elisabeth erzählt, sie wollte den prächtigen Tiroler Schützen sehen und hatte sich einen Abend eingefunden und die Kaiserliche Majestät unter den übrigen Damen und Hoffräulein versteckt. Armfelt war bestellt und befohlen, den Jubile mitzubringen, der in seinem Hause wirklich wie ein alter Kriegskamerad aus- und einging. Der Tiroler ward nun für seine Erzählungen und Lieder durch die Herzogin gehörig in den lebendigen, lustigen Ton gesetzt und ihm Herz und Zunge durch reichlich gereichten und zugeklungenen Wein und Punsch in glühenden Silberfluß gebracht. Nun geschah gegen den Schluß der Belustigung, daß die Kaiserin, aus der Reihe der Damen hervortretend, über Tirol und die Könige von Bayern und Württemberg und die Höfe von Darmstadt und Karlsruhe, gleichsam als wenn sie von daher eine deutsche Landsmännin und Hoffräulein sei, sich mit dem Tiroler in ein lebendigstes Gespräch einließ und ihn absichtlich reizte, sich über die Fürsten, ihre Schwäger, Brüder und Vettern, frisch auszusprechen, was er auch ohne alle Umstände tat und gar nicht in den glimpflichsten Ausdrücken. 
Als dieses Gespräch ein Ende haben und die Teegesellschaft sich erheben und auseinandergehen sollte und der Tiroler noch wie Abschied nehmend vor der hohen Frau dastand, faßte ihn der Schalk Armfelt und sprach: »Vergessen Sie diesen Abend nicht, Sie sollen wissen, daß Sie heute mit der regierenden Kaiserin von Rußland gesprochen haben.« Bei diesen Worten lief es dem armen Tiroler eiskalt über die Gänsehaut, und sich allertiefst bis zur Erde verneigend stotterte er zur allgemeinen Ergötzung heraus: »Halten Euer Majestät meine Worte zu Gnaden, ich glaubte halt, Sie seien nur eine Hofmagd.« Der Schrecken und die Angst bei der plötzlichen Enthüllung der Kaiserlichen Majestät war dem wackern Tiroler, nach seinem eignen Ausdruck, so auf die Brust gefallen, daß er den Arzt hatte holen lassen und einige Tage im Bette liegen müssen."
 "Zarin" Großfürstin Elisabeth Alexejewna. Nikolaus I. Pawlowitsch (*6. Juli 1796 † 2. März 1855), aus dem Haus Romanow-Holstein-Gottorp war als Nikolaus I. zwischen 1825 und 1855 Kaiser von Russland, der dritte Sohn des Kaisers Paul I. und dessen zweiter Ehefrau, Maria Fjodorowna, geborene Prinzessin Sophie Dorothee von Württemberg. Er war Nachfolger seines Bruders Alexander I. Pawlowitsch Romanow (*23. Dezember 1777; † 1. Dezember 1825), Kaiser von Russland (1801–1825). Beide waren aufgrund der Heiratspolitik von Katharina der Großen mit Baden-Württembergischen Adelskindern verheiratet. Großfürst Alexander wurde im Alter von 15 Jahren mit der Prinzessin Louise von Baden (zwangs)vermählt.

Die Braut war 14 Jahre alt und erhielt nach ihrem Übertritt zum orthodoxen Glauben den Namen Elisabeth Alexejewna. Beide Zaren bedienten sich der Folterknechte in Allianzen mit Österreich-Ungarn und Preußen um das gegen die Monarchien erwachende und rebellierende Bürgertum in Schach zu halten.


[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

[ #Bartholomäberg ] Biotope in der Gemeinde Bartholomäberg

Der Bürger und Besucher muss die geschützter Arten respektieren, die nicht gepflückt oder ausgegraben werden dürfen.

In den allermeisten Fällen ist eine Verpflanzung in den eigenen Garten ohnedies nicht erfolgreich (vor allem nicht von Orchideen), da gerade die gefährdeten Arten spezielle Standortsansprüche besitzen, die im Garten nicht gegeben sind. Viele der Arten sind jedoch von spezialisierten Gärtnereien aus Samen gezogen zu beziehen.

Häufig bilden einzelne Biotope in sich zusammenhängende Komplexe aus, wie etwa ein Quellmoor mit der Quelle als Einzelbiotop und den angrenzenden nassen„Quellsümpfen“. Dann wird von BIOTOPKOMPLEX gesprochen. Besonders Großtiere haben Biotop übergreifende Reviere, oder ganze Landschaftsteile bilden einen geschlossenen und vielfältigen Lebensraum von besonderer Schutzwürdigkeit.


Drei besondere Biotop-Kostbarkeiten der Gemeinde Bartholomäberg:
  1. Hangflachmoore und Streuwiesen im Bereich Mühlbach - Riederhof  (Biotop 10122). Vorkommen der gefährdeten Pflanzenarten Kiel-Lauch (Allium carinatum), Saum-Segge (Carex hostiana), Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris), Gelb-Labkraut (Galium verum), Spitzenblüten-Simse (Juncus acutiflorus), Kriech-Hauhechel (Ononis repens ssp. procurrens) und Niedrige Schwarzwurz (Scorzonera humilis) sowie der potentiell gefährdeten Arten Davall-Segge (Carex davalliana),  Rispen-Segge (Carex paniculata), Dreizahn (Danthonia decumbens), Mehl-Primel (Primula farinosa) und Trollblume(Trollius europaeus).
  2. Valleu (Biotop 10137). Vorkommen der gefährdeten Pflanzenarten Kiel-Lauch  (Allium carinatum), KnäuelGlockenblume (Campanula glomerata), Gelb-Labkraut (Galium verum), KriechHauhechel (Ononis repens ssp. procurrens) und Arznei-Schlüsselblume (Primula veris) sowie der potentiell gefährdeten Pflanzenarten Ästige Graslilie (Anthericum ramosum), Echte Betonie (Betonica officinalis), Aufrechte Trespe (Bromus erectus), Davall-Segge (Carex davalliana), Herbstzeitlose (Colchicum autumnale), Dreizahn (Danthonia decumbens), Nordisches Labkraut (Galium boreale), Gelb-Enzian (Gentiana lutea), Hoppe-Habichtskraut (Hieracium hoppeanum), Rohr-Pfeifengras (Molinia arundinacea), Klein-Bibernelle (Pimpinella saxifraga) und Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) 
  3. Laubwälder über Montiola (Biotop 10120).Vorkommen der gefährdeten Pflanzenarten Berg-Ulme (Ulmus glabra) und der potentiell gefährdeten Herbstzeitlose (Colchicum autumnale). Besonders hervorzuheben ist das reiche Vorkommen der potentiell gefährdeten Schwarzerle (Alnus glutinosa).
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Inhalt 
Seite
Einführung  5
– Kurzer Rückblick und Ausblick  5
– Was ist ein Biotop?  6
– Wann gilt ein Biotop als BESONDERS SCHUTZWÜRDIG? 7
Gemeindebericht  9
– Allgemeine Angaben zur Gemeinde  9
– Biotopausstattung  10
– Schutzstatus der Biotopflächen  12
– Verbindung zu angrenzenden Gemeinden  14
– Drei Kostbarkeiten der Gemeinde  15
Hangflachmoore und Streuwiesen im Bereich Mühlbach - Riederhof
(Biotop 10122)  15
Valleu (Biotop 10137)  17
Laubwälder über Montiola (Biotop 10120)  19
– Kurzdarstellung der weiteren Biotopflächen 20
Tobel zwischen Graves und Verblei (Biotop 10101) 20
Gravaser Tobel (Biotop 10102)  21
Suggawald - Furggla - Grütt (Biotop 10103) 22
Wetterboden auf Latons (Biotop 10104)  24
Schräghalda oberhalb Tschais (westlich Lutt, hinter der Säga) (10105) 25
Flachmoore unterhalb Säga bei Lutt (10106) 26
Laubmischwaldfragmente und Saumgesellschaften zwischen Tanang und
Studa unterhalb Saga hinter Lutt (Biotop 10107) 27
Ahorn-Eschenwald oberhalb Mazanun bei Jetzmunt (Biotop 10108) 28
Quellflachmoor unterhalb Fornas bei Jetzmunt (Biotop 10109) 29
Grappatobel (Biotop 10110)  30
Laubwälder auf Vatascht unter Jetzmunt (Biotop 10111) 31
Mühlbach Gantschier (Biotop 10112)  33
Streuwiesen beim Baggersee in der Innerbodner Au / Gantschier (Biotop 10113) 34
Fritzentobel (Biotop 10114)  35
Buchen-Lindenwald unterhalb Zaniaz / Gantschier (Biotop 10115) 36
Flachmoor Riad beim Totabühel westlich des Ortszentrums (Biotop 10116) 37
Hangflachmoore des Ortszentrums (10117)  38
Hangflachmoore gegen Blaschis unter der Bartholomäberger Kirche
 (Biotop 10118)  39 Seite
Hangflachmoore bei Rafaschina / Ausserberg (Biotop 10119) 40
Feldmauer auf Montiola (Biotop 10121)  42
Mottabellner Socka (Biotop 10123)  43
Hangflachmoore im Bereich Fritzensee - Sasälla (Biotop 10124) 44
Hochmoor bei Garsetta oberhalb Sasälla (Biotop 10125) 45
Tümpel auf Plempalu über Sasälla (Biotop 10126) 46
Zwischenmoor bei Plempalu oberhalb Sasälla (Biotop 10127) 47
Flachmoore im Lippaloch (Biotop 10128)  48
Fulasee (Biotop 10129)  49
Dorrasee (Biotop 10130)  50
Schwarzsee beim Gizzikilki unter dem Itonskopf (Biotop 10131) 51
Alplla (Biotop 10132)  52
Litzauen und Hangwälder (Biotop 10133)  53
Mühlitobel Unter Galierm (Biotop 10134)  54
Weidegelände bei Bargara (Biotop 10135)  55
Abfluss des Baggersees in Gantschier (Biotop 10136) 56
Fritzasee (Biotop 10138)  57
– Gefährdungen  58
– Empfehlungen für Schutz und Erhalt  61
Was kann die Gemeinde tun für …  61
Was kann der Einzelne tun für …   63
Artenliste  66

Mittwoch, 9. August 2017

[ #Vorarlberg ] Liechtensteinisches Urkundenbuch [LUB II 1417-1510 - digital]


Die Geschichte Liechtensteins ist auf vielfältige Weise mit der Geschichte Vorarlbergs verwoben, ja über lange Zeit Teil der Geschichte Vorarlbergs.

Die heutigen Grenzen des liechtensteinischen Staates sind ein Ergebnis der wechselvollen Geschichte eines Gebietes, in dem seit dem 14. Jahrhundert die Herrschaftsorganisationen verschiedener Adelsgeschlechter wichtige Bausteine zu einer späteren Staatlichkeit beitrugen.

Im 15. Jahrhundert ist zudem grundsätzlich von mehreren Optionen auszugehen, die einen geeigneten allgemeinen Rahmen für die staatliche Verfestigung hätten bilden können. Ein LUB, das diesem Umstand Rechnung trägt und tragen muss, kann und darf sich nicht auf die Publikation des innerhalb der engen Landesgrenzen überlieferten Quellenbestandes beschränken. Allein der nachweisbare grosse eigene Quellenverlust zwingt zur Überwindung einer auf das heutige Staatsgebiet eingeschränkten Quellenoptik und rechtfertigt auch den Einbezug des in ausländischen Archiven liegenden, Liechtenstein relevanten Quellenmaterials in das LUB.
Nebst der V

Ziel eines ersten Bandes des LUB II ist die Edition der in in- und ausländischen Archiven nachgewiesenen Quellen für die von 1417 bis 1510 dauernde Herrschaftszeit der Freiherren von Brandis in der Grafschaft Vaduz und der Herrschaft Schellenberg (dem heutigen Fürstentum Liechtenstein) sowie in den zeitweise in ihrem Besitz stehenden Herrschaften Blumenegg (Vorarlberg, A) und Maienfeld (Graubünden, CH).

Nach dem Tod des Churer Bischofs Hartmann IV. von Werdenberg-Sargans-Vaduz 1416 gelingt es den Freiherren von Brandis, einem bedeutenden Adelsgeschlecht der Schweiz mit der Stammburg Brandis bei Lützelflüh im Kanton Bern, ihre Erbansprüche durchzusetzen, die sie aus der Heirat zwischen Wolfhart I. von Brandis mit Agnes von Montfort-Feldkirch, der Witwe des Grafen Hartmann III. von Werdenberg-Sargans-Vaduz, des Vaters des erwähnten Bischofs, herleiten. Die Freiherren von Brandis erwerben zunächst die Grafschaft Vaduz, die südlichen Teile der Herrschaft Schellenberg und die vorarlbergische Herrschaft Blumenegg, verkaufen ihre in der Schweiz gelegene Herrschaft Brandis und verlegen ihren Sitz ins Rheintal. Zwischen 1430-1437 erwerben sie den nördlichen Teil der Herrschaft Schellenberg und vereinigen so das Gebiet des heutigen Fürstentums Liechtenstein unter ihrer Herrschaft, die sie 1437 mit dem Erwerb der Herrschaft Maienfeld noch südwärts ausdehnen. Mit dem Verkauf der Herrschaft Maienfeld an die Drei Bünde und des übrigen Besitzes an den mit Verena von Brandis verheirateten Grafen Alwig von Sulz endet 1510 die Herrschaft der Freiherren von Brandis.

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[ #Vorarlberg ] Zuwanderung als Kulturschub: Fairholme - Poellnitz - Douglass - Gulbransson

NS-Raubkunst: Fritz Krcal: Bildnis Adele Fairholme oder Fr.v.Fitzgibbon (1927)
Villa Wellenau, Villa Falkenhorst, Burg Babenwohl  - Zuwanderung als Kulturschub: Fairholme - Poellnitz - Douglass - Gulbransson

George Knight Erskine Fairholme.  G.K.E.Fairholme heiratete 1856 Baroness Pauline Poelnitz-Frankenberg und wählten als Wohnort die Villa Wellenau in Bregenz an der Straße Richtung Lindau. Das Paar teilte sein Leben in Wellenau und im schottischen Adelssitz "Old Melrose" in Roxburghshire. Seither war die Villa Wellenau von den Fairholmes genutzt. Fairholme selber war ein weitgereister forschungsinteressierter Mann. Von ihm stammen u.a. ganz frühe Aufzeichnungen über die Aborigines im südöstlichen Queensland (Australien). Er schrieb u.a. für die Zoological Society of London. Die familiären Beziehungen und Verflechtungen der Nachkommen führten sowohl zur Adelsfamilie von Poellnitz auf der Burg Babenwohl in Bregenz als auch zu den in Vorarlberg tätigen schottischen Adeligen Douglas.

Adele Fairholme. Die Malerin Adele Fairholme war eben damit auch eine Cousine des Norman Douglas (1868 – 1952).

Norman Douglas. Norman Douglas entstammte der adeligen schottischen Industriellenfamilie, welche in Thüringen bei Bludenz eine Baumwollspinnerei und –Weberei betrieb. Familiensitz der Douglas´ und Geburtshaus von Norman war die Villa Falkenhorst.


John Sholto Douglass. Sein Vater, John Sholto Douglass (1840 – 1874), leitete die vom Großvater gegründete Textilfabrik und verfasste Grundlegendes zur Archäologie in Vorarlberg und gehört zu den Gründern des Alpenvereines in Vorarlberg (vgl. Douglas-Hütte). Er gehörte 1857 mit Sebastian von Froschauer (Landeshauptmann), seinem Schwiegervater Ernst von Poellnitz (Burg Babenwohl) und anderen zu den Begründern des Vorarlberger Landesmuseumsvereins mit dem Ziel der Schaffung des Landesmuseums.


Grete Gulbransson-Jehly. Die Mutter, eine deutsch-schottische Adelstochter, heiratete in zweiter Ehe den bürgerlichen Landschaftsmaler Jakob Jehly aus Bludenz, die spätere Schriftstellerin Grete Gulbransson-Jehly wird Normans Halbschwester.

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Dienstag, 8. August 2017

[ #Vorarlberg ] Die Mineralquellen Vorarlbergs

Heilbäder waren in früheren Zeiten reger Teil der Vorarlberger Lebenskultur. 85 Heilorte soll es in Vorarlberg gegeben haben. 

Freilich werden nur wenige Quellen in Vorarlberg den Bedingungen eines "Heilwassers" gerecht. Alle Vorkommen sind heute auch nur von lokaler Bedeutung, Thermalquellen gibt es überhaupt keine. Viele sogenannte "Badeorte" in Vorarlberg sind nur Orte mit ganz einfachen kalten Quellen, d.h. ihre Mineralisation ist kleiner als 1 Gramm je Liter Wasser und sie enthalten auch keine sonst besonders wirksamen Stoffe.

Nichtsdestotrotz war der Glaube an die Heilbäder und der Wirkung des heilenden Wassers offenbar weit verbreitet und gelegentlich auch religiös verklärt. Bis heute wird auch mancherorts von "Kraftorten" gesprochen. Wie auch immer, ob wirkliche Heilwasser-Bestandteile oder einfach auch nur Einbildung, der Placebo-Effekt scheint jedenfalls oft geholfen zu haben, den Hilfesuchenden wie den Badbetreibern. Immerhin bleiben Namen von Ortsteilen und Badeanlagen ("Schwefel" ) in dieser Heilorte-Tradition.

Geologie & Hydrologie. Vorarlberg weist innerhalb seiner Grenzen alle geologischen Zonen von den Zentralhochalpen bis zur Molasse auf. Die Vorkommen von Heil- und Mineralwässern dienen daher in erster Linie der Dokumentation der hydrogeologischen Differenzierungen.

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[ #Vorarlberg ] Geschützte Tiere in Vorarlberg


Darauf sollten auch alle Outdooraktivisten achten: Geschützte Tiere in Vorarlberg nach der Vorarlberger Naturschutzverordnung.

Schutz von Tieren. Alle frei lebende Tiere dürfen nicht absichtlich beunruhigt, verfolgt, gefangen oder getötet werden. Einige Tier.arten sind nach jagdrechtlichen Bestimmungen jagdbar Ihre Brutstätten und Nester dürfen nicht entfernt oder zerstört werden.

Naturwacht, Waldaufseher, Jagdschutzorgane, Fischereiaufseher und Naturschutzbeauftragte der Bezirkshauptmannschaften beraten, kontrollieren die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und zeigen Übertretungen an.

Ausgenommen davon sind von den Säugetieren die Schermaus, die Hausmaus, die Feldmaus und die Ratte.

Geschützt sind neben den Säugetieren und den Vögeln auch:
  • alle Reptilien und Amphibien
  • von den Fischen der Bitterling, die Koppe, der Steinbeisser und der Strömer.
  • von den Krebsen der Steinkrebs und der Dohlenkrebs
  • von den Insekten die Schmetterlinge, die Hornisse, die Hummeln, die hügelbauenden Waldameisen, die Libellen, der Schmetterlingshaft, der Bienenwolf sowie die Käfer mit Ausnahme der Haus- und Vorratsschädlinge.
  • von den Weichtieren die Weinbergschnecke, die Schmale Windelschnecke, die Flussmuschel, die Malermuschel, die Gemeine Teichmuschel und die Große Teichmuschel
Schutz des Lebensraumes. Zum Schutz des Lebensraumes gefährdeter Tier- und Pflanzenarten ist insbesondere Folgendes zu beachten:
  • Röhrichte oder die Bodendecke dürfen nicht abgebrannt werden
  • In der Zeit vom 15. März bis 30. September dürfen außerhalb bebauter Bereiche Hecken nicht geschnitten und Röhrichte nicht abgemäht werden
  • Auf Alpflächen dürfen keine Herbizide verwendet werden, ausgenommen zur Einzelpflanzenbekämpfung
  • Beim Düngen im Nahbereich von Gewässern und ihrer natürlichen Ufervegetation, Mooren, Streue- und Magerwiesen, Hecken, Waldrändern und Lesesteinmauern ist ein ausreichender Abstand einzuhalten, sodass diese nicht beeinträchtigt werden.
  • Jeder Einzelne ist verpflichtet, sich naturverträglich zu verhalten. Vor allem bei der Freizeitgestaltung sollte Rücksicht auf Natur, Tiere und Landschaft genommen werden. Dies gilt besonders in noch weitgehend unberührten Gebieten und sensiblen Lebensräumen.
  • Das Wegwerfen von Abfällen in der Landschaft ist verboten.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

Sonntag, 6. August 2017

[ #Vorarlberg ] Ufergehölze in Vorarlberg

Die Auwälder in Vorarlberg haben (oder hätten) manche wertvolle Funktion. Gerade angesichts des Klimawandels lohnt sich ein Überdenken.

Funktionen. Hochwässer werden durch langsamen Abfluss gedämpft, das Grundwasser (Trinkwasser) wird gespeichert und selbsttätig gereinigt. Sie sind für die Biodiversität wichtig und gehören zu den artenreichsten Lebensräumen.  Als solche sind sie auch für wanderende Tierarten im Verbund wichtig und nicht zuletzt bieten sie der Bevölkerung einen unschätzbaren Dienst als Erholungsraum.

Hochwasserschutz und Siedlungstätigkeit. In den großen Talräumen des Landes – insbesondere im Walgau und im Rheintal - waren Auwälder einst wichtige und dominierende Lebensräume. Wie in vielen Regionen Mitteleuropas wurden die meisten Auen in vergangenen zwei Jahrhunderten jedoch reguliert oder überbaut Viele der noch erhaltenen Waldflächen an den Flüssen Vorarlbergs sind vom Überschwemmungsregime der Gewässer abgeschnitten

Nach der Grundlagenstudie „Wälder an Fließgewässern im Talraum Vorarlbergs“ (Auwaldstudie), erarbeitete das UMG Umweltbüro Grabher für Die restlichen 20% (Gebirgsbachauen wie z.B am Suggadin, an der Meng etc.) weitere Unterlagen.

Die Studie zeigt auf, dass die Ausdehnung der Auwälder in Vorarlberg in der Vergangenheit stark abgenommen hat Leider werden nur mehr ca ein Drittel der Auwälder überhaupt überschwemmt Während die Hartholzauen noch relativ häufig sind, sind die Weichholzauen hingegen sehr selten geworden und haben insgesamt etwa einen gleich großen Flächenanteil wie Föhren-Trockenauen, die von Natur aus selten sind und nur auf Sonderstandorten zu finden sind.

  • Weichholzauen wachsen auf häufig überschwemmten Standorten im Nahbereich des Flusses mit starken und schnell fließenden Hochwässern Die hier wachsenden Bäume und Sträucher überstehen auch lange Überflutungen Es sind dies vor allem Weichhölzer, insbesondere Weiden, Erlen und Pappeln Auch für Seen mit stark schwankenden Wasserspiegeln wie den Bodensee sind Weichholzauen typisch.
  • Hartholzauen bilden sich auf etwas weiter vom Gewässer entfernten Standorten, die nur bei extremen Hochwässern überschwemmt werden Der Bodenaufbau ist meist feinkörniger Überschwemmungen bis zu fünfzig Tagen jährlich sind aber auch für Arten der Hartholzau kein Problem Hartholzauwälder sind durch langlebige Baumarten wie Stieleiche, Esche und Ulme geprägt.

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Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf den Inhalt sagt mehr:

Teil A: Wälder an Fließgewässern im Talraum Vorarlbergs
Teil B: Bergbachauen in Vorarlberg

Ausgangslage 5
Teil A: Wälder an Fließgewässern im Talraum Vorarlbergs  9
A.1 Vorgangsweise  10
A.1.1 Projektziele  10
A.1.2 Untersuchungsraum  10
A.1.3 Methoden 12
A.1.3.1 Recherche / Sichtung / Bewertung vorhandener Daten 12
A.1.3.2 Geländeerhebungen  13
A.2 Ergebnisse  15
A.2.1 Exemplarische Darstellung der Veränderungen in zwei ausgewählten Regionen 15
A.2.1.1 Beispiel Bregenzerachmündung 20
A.2.1.2 Beispiel Illmündung  27
A.2.2 Aktuelle Auwaldvorkommen  32
A.2.2.1 Auwaldfläche 32
A.2.2.2 Anbindung der Auwälder an die Überschwemmungsdynamik  33
A.2.2.3 Auwaldkategorien  34
A.2.2.3.1 Pionierstadien und jungwüchsige Weichholzauen  36
A.2.2.3.2 Grauerlenau (Alnetum incanae) 40
A.2.2.3.3 Silberweidenau (Salicetum albae)  44
A.2.2.3.4 Eschen-Ulmen-Eichen-Auwald (Querco-Ulmetum)  46
A.2.2.3.5 Föhren-Trockenau (Dorycnio-Pinetum) 52
A.2.2.3.6 Regelmäßig auf Stock gesetzte Auwälder 54
A.2.2.3.7 Auwälder auf veränderten Standorten / Aufforstungen / Verbuschungen  55
A.2.2.4 Besonders bemerkenswerte Auwaldvorkommen  57
A.2.3 Auwälder und Naturschutz  60
A.2.3.1 Rechtsgrundlagen 60
A.2.3.2 Auwälder im ÖWG  61
A.2.3.3 Auwälder in Schutzgebieten 63
A.2.3.4 Im Biotopinventar erfasste Auwälder 65
A.2.3.5 An Auwälder angrenzende Biotope  67
A.2.4 Auwälder und Landnutzung 70
A.2.4.1 Flächenwidmung im HQ300-Abflussbereich 70
A.2.4.2 Flussraum und naturnahe Flächen innerhalb des HQ300-Abflussbereichs 72
A.2.4.3 Erschließung durch Straßen und Wege  74
A.2.3.4 Stromleitungen  76
A.2.3.5 Forstwirtschaftlicher Einfluss  77
A.2.5 Förderung und Entwicklung von Auwäldern  79
A.2.5.1 Allgemeine Maßnahmen 79
A.2.5.1.1 Erhaltung der vorhandenen wertvollen (Au)lebensräume  79
A.2.5.1.2 Verzicht auf die Errichtung neuer Infrastrukturen im unmittelbaren Gewässerumfeld  80
A.2.5.1.3 Ökologisch verträgliche Nutzung des öffentlichen Wasserguts 80
A.2.5.1.4 Erhalt und Entwicklung von Gewässerrandstreifen  80
A.2.5.1.5 Naturnaher Gewässerunterhalt  80
A.2.5.1.6 Leitungstrassen 81
A.2.5.1.7 Besucherlenkung  81
A.2.5.1.8 Förderung des Biotopverbunds  82
A.2.5.1.9 Naturnahe Forstwirtschaft  83
A.2.5.1.10 Förderung vielfältiger Biotopstrukturen  85
A.2.5.2 Maßnahmenvorschläge zur Aufwertung von Auwäldern  85
A.3 Fazit 87
A.3.1 Generelles Resümee  87
A.3.2 Besonders bemerkenswerte Auwälder  87
Teil B: Bergbachauen in Vorarlberg 88
B.1 Vorgangsweise  89
B.1.1 Projektziele  89
B.1.2 Untersuchungsraum  89
B.1.3 Methoden 94
B.2 Ergebnisse  94
B.2.1 Allgemeine Charakterisierung von Bergbachauen  94
B.2.1.1 Standortfaktoren 94
B.2.1.2 Vegetation  101
B.2.1.2 Auwaldkategorien 106
B.2.1.3 Auwaldverbreitung  .107
B.2.2 Beschreibung der erfassten Flüsse .111
B.2.2.1 Bregenzerach .111
B.2.2.2 Rotach  .124
B.2.2.3 Weißach 128
B.2.2.4 Subersach  .132
B.2.2.5 Rubach  138
B.2.2.6 Mellenbach 142
B.2.2.7 Dornbirnerach 147
B.2.2.8 Ebniterach  151
B.2.2.9 Kobelach.156
B.2.2.10 Breitach .160
B.2.2.11 Frutz 166
B.2.2.12 Meng  .171
B.2.2.13 Alvier 177
B.2.2.14 Lutz .183
B.2.2.15 Marulbach 189
B.2.2.16 Lech .194
B.2.2.17 Mustergiel  199
B.2.2.18 Rellsbach  .204
B.2.2.19 Litz .208
B.2.2.20 Rasafeibach .214
B.2.2.21 Suggadin  .219
B.2.2.22 Valschavielbach 225
B.3 Fazit 230
Literatur 232
Beilagen 241


[ #Rheindelta ] Der Fadenmolch - eine "neue" Amphibienart in Vorarlberg

Unbestätigte Beobachtungen des Fadenmolchs (Lissotriton helveticus) aus dem Vorarlberger Rheintal gibt es bereits seit 1998. 

Dass der Fadenmolch in Vorarlberg vorkommen könnte, wurde denn auch schon länger vermutet. Denn auf der Schweizer Seite des Alten Rheins, nur wenige Meter von der Grenze zu Österreich entfernt, ist die Art schon lange bekannt.

Konkrete Nachweise der Art fehlten bislang allerdings. Im Rahmen der Erhebungen für die Erstellung der Roten Liste der Amphibien und Reptilien Vorarlbergs (Aschauer et al. 2008) gelang im Mai 2008 erstmals ein sicherer Nachweis dieser Art im Naturschutzgebiet Rheindelta am Bodensee. Dies war zugleich der erste Nachweis für Vorarlberg und Österreich.

Nun ist sicher, dass der Fadenmolch das Vorarlberger Rheindelta besiedelt und somit auch zur österreichischen Fauna zählt. In Österreich wurde der Fadenmolch allerdings bislang eben nur im Rheindelta beobachtet. Inzwischen sollen auch weitere Nachweise aus dem Rheindelta vorliegen. Freilich gehört diese Neuentdeckung damit auch in die Rote Liste.

Ab dem Frühling halten sich die Tiere in Gewässern auf. Es ist die kleinste heimische Molchart: Weibchen werden bis zu 9 cm, Männchen bis zu 7,5 cm groß. Sie bleiben meist bis im Juni im Wasser, danach kehren sie zum "Landleben" zurück. In der Nacht gehen sie auf Nahrungssuche und erbeuten Insekten, kleine Würmer und Nacktschnecken.

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[ #Fußach ] Die Sanierung des Fußacher Gemeindebudgets im frühen 19. Jahrhundert

"Vom Geld und den Schulden: Fußach 1795 - 1836" - Auch heute wieder aktuell?

Die am Bundesgymnasium Bregenz-Gallusstraße unterrichtende Deutsch- und Geschichtelehrerin Sabine Sutterlütti schildert darin die Bemühungen der Gemeinde Fußach um die Sanierung des Gemeindebudgets im frühen 19. Jahrhundert.

Die Autorin beschreibt an Hand aller zur Verfügung stehenden Quellen „die sozioökonomische Entwicklung von Fußach zwischen 1795 und 1836“ und eröffnet damit einen Einblick in einen historischen Mikrokosmos, dem in mancher Hinsicht auch andere Vorarlberger Kommunen ähneln, einiges aber ist ausschließlich ortstypisch.

Da wäre einmal die besondere Ausgangslage: Fußach, so stellt Sutterlütti an einigen Indikatoren fest, glich gegen Ende des 18Jahrhunderts in Bevölkerungs- und Siedlungsstruktur mehr einer Kleinstadt als einem BauerndorfDer überwiegende Teil der etwa 350 Köpfe zählenden Bevölkerung verdiente seinen Lebensunterhalt als Schiffsleute, Kornhändler, Frächter und BotenZeitweise seien täglich bis zu 40 Fuhrwerke von Fußach in Richtung Feldkirch und Chur abgegangenEin Dorfchronist wusste noch 1880 zu berichten, dass vor den 1794 beginnenden Franzosenkriegen ein Sprichwort besagt habe: „Fußach im Geld, Horn im Obst, Hagnau im Wi, sind am Bodensee die besten Örtle gsi.“ Der schrittweise Verlust dieser Stellung ist Inhalt dieses Buches

Kredite aus der Schweiz. Die Untersuchung demonstriert unter anderem, mit welchen Schachzügen die Dorfpolitiker ihre Interessen und die ihrer Mitbürger gegen die Wünsche von Kreishauptmann Johann Nepomuk von Ebner durchgesetzt haben Schulden tilgen, indem man gegen den Rat der vorgesetzten Behörde neue Kredite in der Schweiz aufnimmtDas war der Weg, wie die Fußacher Verantwortlichen 1818 und 1819 versucht haben, das völlig aus dem Gleichgewicht geratene Gemeindebudget wieder in den Griff zu bekommen.

Entwicklung und Veränderung. Politische Veränderungen, das extremste Hochwasser des Bodensees bis heute und Einbrüche in den Haupterwerbszweigen trieben nicht nur viele Einwohner in den Ruin, sondern verursachten auch im Gemeindebudget ein veritables ChaosDie 1872 eröffnete Eisenbahn machte die ehemaligen Schiffer und Fuhrleute endgültig brotlos, und auch die Dampfschiffe fuhren an Fußach vorbeiDie traditionsreiche Fußacher Speditionsfamilie Weiß verlegte ihren Geschäftssitz nach BregenzDie Zeiten, wo vornehme Italienreisende wie Johann Wolfgang von Goethe noch in Fußach anlegten, gehörten endgültig einer glanzvollen Vergangenheit an.

Die Studie "Vom Geld und den Schulden" erschien in der Publikationsreihe des Instituts für sozialwissenschaftliche Regionalforschung, das dem Vorarlberger Landesarchiv angegliedert istMit der Dissertation, die diesem Buch zugrunde liegt, wurde die Autorin Sabine Sutterlütti 2013 an der Universität Innsbruck promoviertDas Buch steht als PDF-Download online.

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Vorwort       9
Prolog       11

1. Fragestellung und Methode     13
 1.1. Forschungslage      14
 1.2. Quellen    15
 1.3. Methode      16
 1.4. Familiendaten      17
2. Geographische Verortung     18
 2.1. Siedlung      18
 2.2. Gewässer       21
3. Geschichte      24
 3.1. Ursprünge       24
 3.2. 1795 - 1806     25
 3.3. Bayrische Herrschaft      27
 3.4. 1814 - 1848     29
 3.5. Naturereignisse      30
4. Gericht Höchst-Fußach  42
 4.1. Aufgaben       44
 4.2. Gerichtsfi nanzen      44
 4.2.1. Einnahmen    46
 4.2.2. Ausgaben    46
 4.2.3. Abrechnung 1810       47
5. Markgenossenschaft und Gemeinde    48
 5.1. Markgenossenschaft      48
 5.2. Dorfschaft - Gemeinde       54
6. Kirchengemeinde       57
7. Bevölkerungsentwicklung     61
 7.1. Entwicklung     61
 7.2. Fremde    64
 7.3. Dienstboten     68

Wirtschaft   71
1. Schifffahrt    73
 1.1. Schiffergesellschaften       74
 1.1.1. Bereitschiffahrtsgesellschaft      76
 1.1.2. Stofl er/Stoffl er    78
 1.1.3. Parlamenter      80
 1.1.4. Nägelfahrt    81
 1.1.5. Küsterfahrt/Custere     81
 1.1.6. Buchhorner Fahrt      82
 1.2. Schifferalltag      82
 1.2.1. Schifffahrt 1806 - 1814    82
 1.2.2. Situation nach 1814     85
 1.3. Verdienst       93
 1.4. Stede        94

2. Boten- und Transportwesen     104
 2.1. Mailänder Bote      104
 2.2. Rorschacher Bote       111
 2.3. Fuhrwesen   112
 2.3.1. Faktorei       115
 2.3.2. Zoll und Zollamt      117
3. Handel und Gewerbe      119
 3.1. Wirte        121
 3.2. Kornhandel   122
 3.3. Speditionshandel       123
 3.4. Kleinhandel     125
 3.5. Müller        125
 3.6. Textilindustrie      126
4. Land- und Forstwirtschaft     131
5. Resümee Wirtschaft     135

Soll und Haben      139
1. Bürger   141
 1.1. Besitz, Vermögen, Einnahmen     141
 1.1.1. Grundbesitz      142
 1.1.2. Häuser     146
 1.1.3. Vieh      149
 1.1.4. Kapital     151
 1.1.5. Einkommen      152
 1.2. Ausgaben       154
 1.2.1. Zins      155
 1.2.2. Zehent     156
 1.2.3. Viertelsteuer       158
 1.2.4. Grundsteuer      158
 1.2.5. Pferdesteuer       163
 1.2.6. Gemeindesteuer/Vermögenssteuer  163
 1.2.7. Personalsteuer    165
 1.2.8. Kriegssteuer       169
 1.2.9. Erwerbssteuer/Gewerbesteuer       169
 1.2.10. Wuhrabgaben        171
 1.2.11. Außerordentliche Belastungen       173
 1.3. Konkurse      174
 1.3.1. Entwicklung der Verschuldung       174
 1.3.2. Konkurse        177
 1.3.2.1. Müller     179
 1.3.2.2. Schiffer       183
 1.3.2.2.1. Johann Schneider Kristles      183
 1.3.2.2.1. Johann Georg Nagel, Richters und Joseph Kuster, Kassier    185
 1.3.2.2.1. Johann Schneider Baschas       188
 1.3.2.3. Kornhändler       190
 1.3.2.3.1. Josph Blum älter     190
 1.3.2.3.2. Baptist Bachmaier        193
 1.3.2.4. Gemeindekonkurs       195
 1.3.3. Verlassenschaften       195
 1.4. Resümee      196
2. Gemeinde    197
 2.1. Haben        197
 2.1.1. Gemeindebesitz    197
 2.1.2. Einnahmen    198
 2.2. Ausgaben       200
 2.2.1. Bildung und Soziales     201
 2.2.2. Schule     201
 2.2.3. Medizinische Versorgung       223
 2.2.4. Armenfürsorge    203
 2.2.5. Löhne/Gehälter    204
 2.2.6. Infrastruktur      205
 2.2.7. Immobilien    206
 2.2.8. Kriegskosten       207
 2.2.9. Geldaushilfe       208
 2.3. Entwicklung des Gemeindebudgets    208
 2.4. Schuldentilgungsplan      213
 2.4.1. Schuldentilgungsplan 1829   223
 2.4.2. Teilung der Gemeindeallmende   228
 2.4.3. Abschluss der Schuldentilgung       234
 2.5. Resümee      235

Handlungsträger       237
1. Joseph und Heinrich Blum   239
2. Schiffer     244
 2.1. Johann Schneider lang   245
 2.2. Joseph Nagel Allwieder     247
 2.3. Johann Evangelist Helbock  248
 2.4. Johann Schneider Karler     250
3. Botenfamilien   252
 3.1. Spehler    253
 3.1.1. Leonhard, Johann Baptist, Joseph Spehler  253
 3.1.2. Jakob Spehler        255
 3.2. Weiß       257
 3.2.1. Joseph Weiß       258
 3.2.2. Johann Kasimir Weiß      259
 3.2.3. Joseph Leonhard Weiß    260
 3.2.4. Johann Alois Karl Weiß      260
4. Wirte       263
 4.1. „Schiffl e“       263
 4.1.1. Johannes Schneider     264
 4.1.2. Anton Schneider      264
 4.1.3. Joseph Anton Schneider      265
 4.1.4. Johann Schneider Schiffl ewirts   266
 4.1.5. Joseph Anton Blum   267
 4.2. „Krone“ - Franz Joseph Spehler     268
5. Kornhändler       269
 5.1. Bachmaier   270
 5.1.1. Maria Ursula Bachmaier      270
 5.1.2. Joseph Anton Bachmaier       271
 5.1.3. Joseph Nikolaus Bachmaier     273
 5.2. Jakob Nagel Zucker     273

6. Handwerker und Gewerbetreibende    276
 6.1. Jakob Blum, Blattmacher     276
 6.2. Küfer Schneider      278
 6.2.1. Philipp Schneider       279
 6.2.2. Nikolaus Schneider   280
 6.2.3. Jakob Schneider      281
 6.3. Franz Xaver Berwig, Schuster     284
 6.4. Adam Humpeler      285
7. Lehrer, Ladknechte, Grenzjäger    286
 7.1. Lehrer        286
 7.1.1. Leonhard Nagel    286
 7.1.2. Jakob Kuster       287
 7.2. Benedikt Schneider     288
 7.3. Anton Gugele, Grenzjäger      292
8. Zusammenfassung   295

Erkenntnisse      297

Anhang       307
1. Maße/Gewichte      309
2. Löhne und Preise       309
 2.1. Löhne        309
 2.2. Preise        310
 2.2. Amtliche Preise      313
3. Abkürzungen       314
4. Abbildungsverzeichnis  315
5. Benutzte Archive      316
6. Literatur      317
 6.1. Manuskripte     317
 6.2. Literatur      317
7. Tabellen      325
 7.1. Auszug aus den Fassionen 1808     325
 7.2. Grundsteuerkataster 1808      328
 7.3. Auszug aus dem Steuerbuch    332
 7.4. Schifferbeteiligungen      334
 7.5. Familienschutzgeldkataster  335
 7.6. Viehbestand     338
 7.7. Häuserverzeichnis   339
 7.8. Überblick über die Schäden und Bedürfnisse 1817     342
 7.9. Personalsteuerpfl ichtige     346
 7.10. Beschäftigung 1811 - 1824  350
 7.11. Grundsteuerrodel 1829   355
 7.12. Steuerrodel 1836       360
8. Register     364
 8.1. Personenregister       364
 8.2. Ortsregister     368
    

[ #Fußach ] Fußacher Rheindurchstich 1900: Der Landtag dagegen ...

Hochwasser in Lustenau vor der Rheinregulierung
Das größte Bauwerk des Industriezeitalters im Bodenseeraum.

Die "Rheinnot" des 19. Jahrhunderts, verursacht durch die sehr zahlreichen und von verheerenden Auswirkungen geprägten Überschwemmungen des Rheins, erlebte erst sehr spät eine Linderung. Das Ende der langen Vorgeschichte des Staatsvertrages von 1892 wurde durch die Überschwemmungen von 1888 und 1890 wesentlich beschleunigt. Die endlich beschlossene Beschleunigung des Stromlaufs durch Verengung des Flußbetts und durch den Bau der Fußacher und Diepoldsauer Durchstiche war auch noch nach dem Abschluss des Staatsvertrages noch lange Zeit umstritten.




Vorarlberger Landtag dagegen. Während die Gemeinden Gaißau, Höchst, Lustenau, Hohenems, Altach, Mäder und Götzis 1881 bei Kaiser Franz Joseph I. anläßlich seines Aufenthaltes im Land vorsprachen und die Durchstiche befürworteten sowie 10 Vorarlberger Gemeinden 1882 eine diesbezügliche Eingabe bei der Innsbrucker Statthalterei machten, sprach sich der Vorarlberger Landtag am 21. Oktober 1882 mit 12 gegen 4 Stimmen gegen jeden in die Fußacher Bucht mündenden Durchstich aus.

Modernste Technik. Als man schließlich zu bauen begann, kam es zum Einsatz modernster Technik, die denn auch oft stolz ins Bild gesetzt wurde. Es war die größte Baustelle Mitteleuropas. Über diejenigen, die die Maschinen bedienten und über die Bauarbeiter, rund 1000 arbeiteten zu Spitzenzeiten am Werk, wird merkwürdigerweise so gut wie nichts berichtet. Für den Bau der Dämme und Wuhre waren jedenfalls fast 60.000 m³ Kiesmaterial erforderlich, die Mauer- und Vorgrundsteine sowie das übrige Steinmaterial, das aus dem Steinbruch Unterklien bei Hohenems bezogen wurde, noch nicht mitgerechnet.

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Donnerstag, 3. August 2017

[ #Vorarlberg ] Werner Bundschuh: Noch fehlen "Deserteurdenkmäler"...

Denkmäler sind politische Symbole. Sie sollen an etwas oder jemanden erinnern – und mit dieser Erinnerung wird notgedrungen eine selektive Wahrnehmung verbunden. Solche Denkmäler werden oft erst nach heftigen Auseinandersetzungen aufgestellt oder sie sind umstritten. In Vorarlberg existieren zwar in jeder Gemeinde "Kriegerdenkmäler", aber es fehlen "Deserteurdenkmäler".

Johann-August-Malin-Gesellschaft. Die Johann-August-Malin-Gesellschaft macht auf ihrer Website Texte zugänglich, die ihr für die geschichtswissenschaftliche Diskussion in Vorarlberg wesentlich erscheinen und in Zusammenhang mit ihrem selbstgewählten Arbeitsbereich stehen. Darunter ist auch dieser Beitrag von Werner Bundschuh online bzw. als kostenfreies PDF zum Herunterladen.

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[ #Bezau ] Biotope in der Gemeinde Bezau

Der Besucher ist angehalten, zur Respektierung geschützter Arten, die nicht gepflückt oder ausgegraben werden dürfen, beizutragen. In den allermeisten Fällen ist eine Verpflanzung in den eigenen Garten ohnedies nicht erfolgreich, da gerade die gefährdeten Arten spezielle Standortsansprüche besitzen, die im Garten nicht gegeben sind. 

Die öffentliche Verwaltung hat bereits das Pflanzenschutzgebiet „Hochifen und Gottesackerwände“ und das Naturdenkmal „Höllenpark“ als schutzwürdig augewiesen. Ebenso dürfen die Renaturierung des Grebauer Mooses im Zuge eines Zusammenlegungsverfahrens mit der Schaffung einer 5,1 ha großen Kernzone mit ausschließlich extensiver Nutzung und mit Abtrennung der Drainagerohre im Randbereich der Kernzone und Anhebung des Grundwasserstandes erwähnt werden.

Drei Kostbarkeiten der Gemeinde Bezau: 

Unter BIOTOP wird in diesem Inventar der Standort einer in sich mehr oder weniger geschlossenen Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren verstanden. Klassisches Beispiel für einen Biotop wäre etwa ein Weiher, es  kann aber genauso ein Waldstück, eine Wiese etc. sein.
  • Sumoos (20417). Vorkommen der vom Aussterben bedrohten Arten Moor-Birke (Betula pubescens), Draht-Segge (Carex diandra), Zweihäusige Segge (Carex dioica), Langblatt-Sonnentau (Droseraanglica) und Sumpf-Tarant (Swertia perennis), der stark gefährdeten Arten Blasensimse (Scheuchzeria palustris) undKleiner Wasserschlauch (Utricularia minor), der gefährdeten Arten Rosmarinheide (Andromeda polifolia), Schlamm-Segge (Carex limosa), Wenigblüten-Segge (Carex pauciflora), Fleischfarbenes Fingerknabenkraut (Dactylorhiza incarnata), Geflecktes Fingerknabenkraut (Dactylorhiza maculata), Rundblatt-Sonnentau (Drosera rotundifolia), Sumpf-Weidenröschen (Epilobium palustre), Fieberklee (Menyanthes trifoliata), Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris), Blutauge (Potentilla palustris), Weiße Schnabelbinse (Rhynchospora alba) und Gewöhnliche Moor-Preiselbeere (Vaccinium oxycoccos) sowie der seltenen Arten Schnabel-Segge (Carex rostrata), Teich-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile),Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum) und Trollblume (Trollius europaeus), Vorkommen der Gebirgsstelze. (Motacilla cinerea).
  • Halderhof (20418). Vorkommen der vom Aussterben bedrohten Arten Sumpf-Straußgras (Agrostis canina), Langblatt-Sonnentau (Drosera anglica), Mittlerer Sonnentau (Drosera intermedia) und Tarant (Swertia perennis), der stark gefährdeten Arten Dorn-Wurmfarn (Dryopteris carthusiana) und Blasensimse (Scheuchzeria palustris), der gefährdeten Arten Rosmarinheide (Andromeda polifolia), Schlamm-Segge  (Carex limosa), WenigblütenSegge (Carex pauciflora), Fleischfarbenes Fingerknabenkraut (Dactylorhiza incarnata), Geflecktes Fingerknabenkraut (Dactylorhiza maculata), Rundblatt-Sonnentau (Drosera rotundifolia), Sumpf-Weidenröschen (Epilobium palustre), Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris), Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea), Fieberklee (Menyanthes trifoliata), Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris), Blutauge (Potentilla palustris), Weiße Schnabelbinse (Rhynchospora alba), Ohr-Weide (Salix aurita), AlpenHaarbinse (Trichophorum alpinum), Gewöhnliche Moor-Preiselbeere (Vaccinium oxycoccos) und Sumpf-Baldrian (Valeriana dioica), sowie der seltenen Arten SchnabelSegge (Carex rostrata), Breitblättriges Knabenkraut(Dactylorhiza majalis), TeichSchachtelhalm (Equisetum fluviatile), Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum), Sumpf-Labkraut (Galium palustre), Kröten-Simse (Juncus bufonius) und Trollblume (Trollius europaeus).
  • Moos auf Halder Hochalpe (20423). Vorkommen der gefährdeten Arten Fieberklee (Menyanthes trifoliata), SumpfLäusekraut (Pedicularis palustris) und Blutauge (Potentilla palustris) sowie der seltenen Arten Schnabel-Segge (Carex rostrata), Teich-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile) und Sumpf-Labkraut (Galium palustre). Durch zeitweilig wassergefüllte Schlenken auch als  Amphibienlaichplatz bedeutsam (reicher Besatz von Kaulquappen)

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Inhalt 
Seite
Einführung  5
– Kurzer Rückblick und Ausblick  5
– Was ist ein Biotop?  6
– Wann gilt ein Biotop als BESONDERS SCHUTZWÜRDIG? 7
Gemeindebericht  9
– Allgemeine Angaben zur Gemeinde  9
– Biotopausstattung  10
– Schutzstatus der Biotopflächen  11
– Verbindung zu angrenzenden Gemeinden  12
– Drei Kostbarkeiten der Gemeinde  13
Sumoos (20417)  13
Halderhof (20418)  15
Moos auf Halder Hochalpe (20423)   17
– Kurzdarstellung der weiteren Biotopflächen 18
Wilbigerschrofen und Fluh (20401)  18
Labriese (20402)  19
Alpe Wildmoos (Vielmoos) (20403)  20
Stonger Moos (20404)  21
Sammere und Gersertobelalpe (20405)  23
Grebauer Moos (20406)  25
Seevorsäß (20407)  27
Heuhütte im Rinsgrund (20408)  28
"See" südlich Maktobelvorsäß (20409)  29
Hinteregger Litten (20410)  30
Hinteregg Vorderteil-Vorsäß (20411)  31
Hohekopf (20412)  32
Schönenbach (20413)  33
Stepfe und Luomkehnergraben (20414)  34
Metzabühl und Schwefelgüntle (20415)  35
Hänsler Vorsäß (20416)  36
Ried (Unterspitzalpe) (20419)  37
Unterer Gunten und Almisgunten (20420)  38
Sulzrieder bis Gorba (20421)  39
Krüz (20422)  41 Seite
Grappa, Stiermähdle (20424)  42
Subersach (20425)  43
Streuemähder unter der oberen Unterspitzalp (20426) 44
– Gefährdungen  45
– Empfehlungen für Schutz und Erhalt  49
Was wurde bisher getan  49
Was kann die Gemeinde tun für …  49
Was kann der Einzelne tun für …  52
Artenliste  56