Dienstag, 17. Oktober 2017

[ #Lustenau ] Biotopinventar der Marktgemeinde Lustenau zum Download

Unter BIOTOP wird in diesem Inventar der Standort einer in sich mehr oder weniger geschlossenen Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren verstanden. Klassisches Beispiel für einen Biotop wäre etwa ein Weiher, es kann aber genauso ein Waldstück, eine Wiese etc. sein.

Häufig bilden einzelne Biotope in sich zusammenhängende Komplexe aus, wie etwa ein Quellmoor mit der Quelle als Einzelbiotop und den angrenzenden nassen „Quellsümpfen“. Dann wird von BIOTOPKOMPLEX gesprochen. Besonders Großtiere haben Biotop übergreifende Reviere, oder ganze Landschaftsteile bilden einen geschlossenen und vielfältigen Lebensraum von besonderer Schutzwürdigkeit (z.B. Kanisfluh). In diesem Fall wird von einem GROSSRAUMBIOTOP gesprochen.

Grundsätzlich ist Biotop ein allgemeiner Begriff. Ein Biotop muss nicht von vorneherein besonders oder überhaupt schutzwürdig sein. Auch ein Garten ist z.B. ein Biotop mit Kultur- und Wildpflanzen und einer großen Zahl an Tieren - beliebte und unbeliebte - sei es im Boden oder an Pflanzen.

Gemeindebericht Lustenau. Die Gemeinde Lustenau erstreckt sich von der Schweizer Landesgrenze am Rhein bis zur Dornbirner Ach im Nordosten, dem Rheintal-Binnenkanal und dem Landgraben-Dornbirn im Osten, sowie dem Landgraben –Hohenems im Süden. Das Gemeindegebiet von Lustenau liegt im Bereich des Rheintalgrabenbruchs, einer jüngeren mit Lockersedimenten gefüllten Wanne, welchen die geografische Grenze zwischen Ost- und Westalpen darstellt. Im Bereich Rheindorf lag vor rund 4000 Jahren das Delta des Alpenrheins in den Bodensee (Lustenauer Delta).
  • Gemeindefläche 2226,54 ha 
  • Biotopfläche Großraumbiotope 309,48 ha 
  • Biotopfläche Kleinraumbiotope 167,83 ha 
  • innerhalb von Großraumbiotope 122,83 ha 
  • Biotopfläche Gemeinde 354,48 ha 
Während sich das Rheindelta durch Anlandungen weiter nach Norden vorschob, entstanden im heutigen Lustenauer Gemeindegebiet flache Restseen, die sich mit Schwebstoffe des Rheins füllten und schließlich verlandeten. Im Bereich dieser wasserstauenden Seetone, bildeten sich die auch heute noch erhaltenen Moorflächen und Streuwiesen. Die Verlandungen in Lustenau bestehen entlang des Rheins aus lehmigem Feinsand, in der Gemeindemitte aus Lehm und an den östlichen Gemeindegrenzen aus Torf. Die Gemeinde liegt auf 400m Seehöhe. Insgesamt wurden in der Gemeinde 2 Großraumbiotope und 15 Kleinraumbiotope
ausgewiesen. Da die Biotopausstattung der Gemeinde nahezu ausschließlich aus Rieden besteht, dominieren Pfeifengraswiesen und Röhrichte.

Drei besondere "Kostbarkeiten" aus den Lustenauer Biotopen:
  • Obere Mähder West (Biotop 30304) 17 ha. Äußerst artenreiche, basische Pfeifengraswiesen, Kopfbinsenmoore und Hochstaudenfluren mit zahlreichen seltenen und gefährdeten Arten innerhalb des FFH-Gebietes „Gsieg-Obere Mähder“. Die Oberen Mähder West liegen in der Fläche westlich der L203, mit der L45 im Norden und dem Binnendamm im Westen. Es handelt sich um eine typisch ausgeprägte, vielfältige Streuwiesenlandschaft, die insgesamt bemerkenswert artenreich entwickelt ist. Es dominieren basenreiche Pfeifengraswiesen (Selino-Molinietum) in teils trockener, teils nasser Ausbildung, weiters sind Kopfbinsenrasen (Schoenetum ferruginei) ausgebildet, sowie Baldrian-Mädesüß-Hochstaudenfluren (Valeriano-Filipenduletum). Einzelne Strauchgruppen wirken landschaftlich prägend auf die Riedwiesenlandschaft.
  • Gsieg-Nord (Biotop 30308) 39,74 ha. Ausgedehnter Streuweisen/Moorwiesenkomplex, der als eine der ökologisch bedeutendsten Flächen im mittleren Alpenrheintal anzusehen ist. Die Fläche wird im Nordteil von basenreichen Pfeifengraswiesen dominiert, im Südteil von basenarmen. Besonders hervorzuheben sind größerflächige Torfmoorschlenken und Kalkreiche Niedermoore.
    Die Biotopfläche ist Teil des Natura 2000-Gebietes "Gsieg-Obere Mähder". Durch die Großflächigkeit, die Höhenunterschiede und die Feuchtigkeitsverhältnisse haben sich hier eine Reihe unterschiedlichster Pflanzengesellschaften ausgebildet, von denen die meisten als stark gefährdet angesehen werden müssen. So herrschen im nördlichen Teil basenreiche Pfeifengraswiesen (Selino-Molinietum) vor, in die immer wieder Binsen-Pfeifengraswiesen mit Trichophorum cespitosum (Junco-Molinietum) und Schnabelsimsengesellschaften (Sphagno tenelli-Rhynchosporetum albae) eingelagert sind. Im Nordosten des Gebietes haben sich Kopfbinsenbestände (Schoenetum ferruginei) erhalten. Nach Süden zu übernehmen die Binsen-Pfeifengraswiesen die Vorherrschaft. In den südlichsten Anteilen und in den Grenzbereichen zum Rheintal-Binnenkanal treten verstärkt Nährstoffzeiger auf, bzw. sind die Bestände durch Schilf und Riesen-Goldrute beeinträchtigt, was wohl auf Effekte der Grundwassersenkung in der direkten Umgebung des Binnenkanals zurückzuführen ist. 
  • Auer Ried-Süd (Biotop 30315) 20,08 ha. Schöner und großflächiger, zusammenhängender Feuchtgebietskomplex im südlichen AuerRied (auch als Schweizer Ried bezeichnet) mit einer der schönsten Riedwiesen in der weiteren Umgebung mit einem reichen Vorkommen der Sumpfgladiole. Die Flächen des Biotops sind  Teil des Natura 2000-Gebietes "Soren, Gleggen - Köblern, Schweizer Ried und Birken - Schwarzes Zeug". Bei der östlich des zentralen Riedwegs gelegenen Streuefläche handelt es sich um ein eher artenarmes Hochstaudenried mit vorherrschendem Schilf, Mädesüß und Rohrpfeifengras. Gegen Westen mit Abnahme des Schilfes und Zunahme des Pfeifengrases werden die Bestände deutlich artenreicher. Es handelt sich um wechselfeuchte, artenreiche Pfeifengras-Schilfrieder. In trockeneren Abschnitten, die ausgesprochen viele Arten aufweisen, gedeihen schöne Vorkommen der Sumpf-Siegwurz (Gladiolus palustris). In feuchten Mulden kommen Binsennieder und Übergänge zu Schilfröhrichten vor. Die Wiesen besitzen nicht zuletzt dank ihrer Ausdehnung, auch faunistisch eine hervorragende Bedeutung. Es dient vielen Riedbrütern, die überall in Mitteleuropa äußerst gefährdet sind, als Brut- oder Nahrungsplatz.

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Ein schneller Blick auf den Inhalt:
Inhalt
Seite
Einführung 5
– Kurzer Rückblick und Ausblick 5
– Was ist ein Biotop? 6
– Wann gilt ein Biotop als BESONDERS SCHUTZWÜRDIG? 7
Gemeindebericht 9
– Allgemeine Angaben zur Gemeinde 9
– Biotopausstattung 10
– Schutzstatus der Biotopflächen 12
– Verbindung zu angrenzenden Gemeinden 13
– Die drei Kostbarkeiten der Gemeinde 14
Obere Mähder West (Biotop 30304) 14
Gsieg-Nord (Biotop 30308) 16
Auer Ried-Süd (Biotop 30315) 18
– Kurzdarstellung der weiteren Biotopflächen 20
Alt-Rheingebiet (Biotop 30301) 20
Gsieg-Süd (Biotop 30302) 22
Großraumbiotop Schweizer Ried - Obere Mähder - Gsieg (Biotop 30303) 24
Obere Mähder-Mitte (Biotop 30305) 25
Obere Mähder-Binnenkanal (Biotop 30306) 27
Obere Mähder-Ost (Biotop 30307) 28
Brändlis Wies (Schweizerried nördlich L45) (Biotop 30309) 29
Weismähder (Biotop 30310) 31
Alberried (Biotop 30311) 32
Oberes Heuried (Biotop 30312) 33
Unteres Heuried (Biotop 30313) 34
Streuried (Biotop 30314) 35
Auer Ried-Nord (Biotop 30316) 36
Großraumbiotop Natura-2000 Gebiet "Soren, Gleggen - Köblern, Auer
Ried und Birken - Schwarzes Zeug" (Biotop 30317) 37
– Gefährdungen 38
– Empfehlungen für Schutz und Erhalt 40
Was wurde bisher getan? 40
Was kann die Gemeinde tun für 41
Was kann der Einzelne tun für 43
Artenliste 45

Montag, 16. Oktober 2017

[ #Au ] Ein statistischer Blick auf die Gemeinde AU in Vorarlberg - (GKZ 80203)

"Ein Blick auf die Gemeinde" 80203 - AU ist eine regionale Information der Statistik Austria und bietet anhand von Tabellen und Grafiken einen durchgehenden Vergleich der gewählten Gemeinde Vorarlbergs mit dem politischen Bezirk bzw. dem Bundesland, in dem sie liegt.  

Ein unverzichtbarer Behelf für örtliche Gemeindefunktionäre. Insgesamt sind es 55 Datenblätter die in ihrer Gesamtheit kostenpflichtig sind. Acht der insgesamt 55 Datenblätter werden allerdings auch kostenlos online bereit gestellt. Zusätzlich zu diesen acht ausgewählten Blättern werden weitere wichtige Daten aus der Großzählung 2001 und zur Bevölkerungsentwicklung angeboten. Ein unverzichtbarer Behelf für örtliche Gemeindefunktionäre.

Gemeindekennziffer (GKZ) 80203 - AU. Nach den Bestimmungen der österreichischen Bundesverfassung (Art. 115 bis 120) ist der Wirkungsbereich der Gemeinde ein eigener und ein vom Bund oder vom Land übertragener, das heißt, dass die Gemeinde sowohl eine Gebietskörperschaft mit dem Recht auf Selbstverwaltung und zugleich Verwaltungssprengel ist. Das Gemeindeverzeichnis bildet diese Verwaltungsgliederung ab. Es enthält alle Gemeinden Österreichs, der Gemeinde ist eine 5-stellige Gemeindekennziffer (GKZ) zugeordnet. Die Vergabe der Gemeindekennziffer obliegt Statistik Austria (Adressregisterverordnung – AdrRegV, BGBl. 218/2005, §1).


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 Ein Blick auf die Gemeinde

  Statistik des Bevölkerungsstandes gemäß §10 Abs. 7 Finanzausgleichsgesetz 2017

  Abgestimmte Erwerbsstatistik 31. Oktober 2015

  Registerzählung 31. Oktober 2011

  Aktuelle Bevölkerung und Bevölkerungsentwicklung

  Volkszählung 15. Mai 2001

  Gebäude- und Wohnungszählung 15. Mai 2001

  Arbeitsstättenzählung 15. Mai 2001

[ #Feldkirch ] James Joyce in Feldkirch und im Web!


Ende 2001 haben die ÖBB die vom Kulturkreis Feldkirch am Bloomsday 1994 über den Fahrkartenschaltern montierte Gedenktafel durch eine besonders anschauliche und auffällige Präsentation des literarhistorischen Joyce-Zitates ersetzt: "Dort drüben auf den Schienen wurde 1915 das Schicksal des Ulysses entschieden" ("Over there, on those tracks the fate of 'Ulysses' was decided in 1915").
Im Web. Ein deutschsprachiges "James Joyce"-Forum widmet sich Joyces vielfältigen Beziehungen zu Österreich (heutiges Staatsgebiet). Anders als Joyces längere Aufenthalte in Pola und Triest, zwei Städte, die bis zum Ende "Ersten Weltkriegs" zum österreichischen Staatsgebiet gehörten, wurden Joyces Aufenthalte in Innsbruck (1928), Salzburg (1928) und Feldkirch (1915, 1932), seine überraschende Unterstützung des Aufrufes zur Gründung einer "Adolf Loos"-Schule (1930) sowie seine durchaus unerwartete Unterstützung der von Thomas Mann und Stefan Zweig formulierten Glückwunschadresse zu Sigmund Freuds 80. Geburtstag (1936), aber auch seine eher distanzierte Beziehung zu Stefan Zweig von der Joyce-Forschung bislang eher vernachlässigt.

Das Internetforum soll daher beitragen, Joyces vielfältige Verbindungen mit Österreich (eingeschränkt auf das heutige Staatsgebiet) bekannter zu machen. Thema ist alles, was Joyces Österreich-Verbindungen betrifft: von Adolph Johannes Fischers "Fluviana"-Fotografien (1928) über Ferry Radax' Film "Wer sind Sie Mr. Joyce" (1980) und Gerald Raunigs "Liederzyklus für Saxofonquartett und Stimme" "Bloom’s Days" (1995) bis zu aktuellen österreichischen Joyce-Veranstaltungen.An dieser Mailingliste können alle Interessierten teilnehmen, indem sie die Liste abonnieren.

In Feldkirch (Quelle: Wikipedia). Seit dem Bloomsday 1994 ist in der Bahnhofshalle von Feldkirch ein James Joyce-Zitat zu lesen, das die besondere Verbindung des irischen Schriftstellers mit der Montfort-Stadt betont. Dank einflussreicher Freunde konnte James Joyce, der 1915 weltkriegsbedingt als "feindlicher Ausländer" betrachtet wurde, mit seiner Lebensgefährtin Nora Barnacle und den beiden gemeinsamen Kindern aus Österreich ausreisen, während sein Bruder Stanislaus Joyce noch in Triest als "feindlicher Ausländer" verhaftet wurde und auf Weltkriegsdauer inhaftiert blieb.

Bei der Grenzkontrolle in Feldkirch wurde Joyce mit einem Spion verwechselt und beinahe verhaftet. Aus diesem Grund hat sich nach seinen Worten am Bahnhof von Feldkirch das Schicksal seines Romanes Ulysses entschieden.

Im Sommer 1932 führte die Freundschaft mit dem Verleger-Ehepaar Maria und Eugene Jolas Joyce erneut in die Montfortstadt, wo er mehrere Wochen lang im Hotel Löwen logiert und an Finnegans Wake gearbeitet hat.

Der breiten Öffentlichkeit war Feldkirchs doppelte Verbindung mit James Joyces Leben und Werk unbekannt. Auf Anregung des Literaturwissenschafters Andreas Weigel, der den Vorarlberger Finanz- und Kulturlandesrat Guntram Lins 1992 auf diese literarhistorische Sonderstellung der Montfortstadt hingewiesen hat, hat der Kulturkreis Feldkirch 1994 in der Bahnhofshalle und beim Hotel Löwen Gedenktafeln montiert sowie mit finanzieller Unterstützung des Landeskulturreferates gemeinsam mit der Zürcher James Joyce Stiftung ein mehrtägiges Joyce-Symposion veranstaltet.

Ende 2001 haben die ÖBB die vom Kulturkreis Feldkirch am Bloomsday 1994 über den Fahrkartenschaltern montierte Gedenktafel durch eine besonders anschauliche und auffällige Präsentation des literarhistorischen Joyce-Zitates ersetzt, womit die ÖBB wesentlich zur Popularisierung und Verbreitung des Jahrzehnte lang verborgenen Sachverhaltes beitragen.

Am 16. Juni 2004 hat die Stadt Feldkirch nach zehnjähriger Diskussion anlässlich der Feier des 100. Bloomsdays die Löwen-Passage offiziell in James Joyce Passage umbenannt. Bei dieser Gelegenheit wurde von der Stadt Feldkirch eine Hinweistafel mit biographischen Hintergrundinformationen montiert.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

Freitag, 6. Oktober 2017

[ #Vorarlberg ] Sozialdemokratische "Vorarlberger Wacht" online

Die Vorarlberger Sozialdemokratie startete ihre erste eigene Zeitung am 5. Jänner 1910. 

Die von Hermann Leibfried beziehungsweise vom "Sozialdemokratischen Wählerverein" herausgegebene "Vorarlberger Wacht" blieb mit kurzen Unterbrechungen bis zur Gleichschaltung im Jahr 1934 das Organ der Sozialdemokraten, zwischen Dezember 1918 und 1923 gar in sechs Ausgaben pro Woche, also faktisch als Tageszeitung!

Die Redakteure der sozialdemokratischen Ausgabe:
  • Eduard Ertl
  • Hermann Leibfried (ab 21. Juli 1910)
  • Eduard Ertl (31. Jänner 1918)
  • Josef Cerkel (ab 18. Oktober 1918)
  • Karl Klos (ab 17. April 1919)
  • A. Linder (ab 1. Oktober 1919)
  • Ignaz Huberlich (ab 28. November 1919)
  • Anton Schlüter (ab 28. April 1923)
  • Josef Schoder (ab 5. Juli 1930)
  • Anton Schlüter (ab 3. November 1931)
  • Josef Cerkel (ab 16. August 1933)
  • Othmar Popp (20. Februar 1934 bis Mai 1934)

Faschismus.
Aber schon nach dem Verbot der Sozialdemokratischen Partei durch das christlichsoziale autoritäre konservative Dollfußregime wurde die politische Orientierung der Zeitung ab dem 20. Februar 1934 an das Regime der Vaterländischen Front zwangsweise angepasst. Nach der Ausschaltung von Demokratie, Parlament und Opposition fungierte die Vaterländischen Front nach faschistischem Vorbild als Einheitspartei mit Monopolstatus. Für diese faschistische Organisation waren Josef Winkler (ab 12. Mai 1934) und Hans Ebenberger (ab 11. Oktober 1937) in der gleischgeschalteten Zeitung tätig.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Vorarlberger Wacht mit der Ausgabe vom 12. März 1938 endgültig eingestellt.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

[ #Vorarlberg ] Der Mann mit dem schwarzen Koffer: Der Vorarlberger Kaufmann Bela Rabelbauer

Am 11. September 1980 musste Bela Rabelbauer in Untersuchungshaft im Fernsehen mitverfolgen, wie Kühlschrank und Perserteppich in seiner Fussacher Villa vom Exekutor beschlagnahmt werden. Eine Seminararbeit von Oliver Gingrich aus dem Jahre 2001 erzählt den Sachverhalt nach.

Bela Rabelbauer wurde als Sohn eines Steirers in Westungarn geboren. Er wuchs in Wien, Osttirol und Hallstatt auf und besuchte 1948 kurzfristig das Priesterseminar Hollabrunn. Der junge Mann versuchte sich in verschiedensten Berufen, auch als Mitarbeiter von Radio Vatikan, und wohnte ab 1968 zumeist in Fußach in Vorarlberg, wo er verschiedene "Firmen" gründete und international als Kreditvermittler auftrat. Er war neben vielen anderen Affären Anfang der 1980er Jahre in eine aufsehenerregende Parteispendenaffäre verwickelt.

Der Mann mit dem schwarzen Koffer. Der "Unternehmer" übergab als Exponent eines Vorarlberger „Bürgerforums“ am 17. September 1979 einer Gruppe von hochrangigen Vertretern der ÖVP in den Räumen des österreichischen Parlaments einen Koffer mit dem Inhalt von 4 Millionen Schilling in bar als den ersten Teilbetrag einer Parteispende von insgesamt 10 Millionen Schilling (heute etwa 700.000 Euro). Sie sollten dazu dienen, für sein Bürgerforum zwei Nationalratsmandate zu „kaufen“.

Durch einen Bericht des Journalisten Peter Pelinka in der Arbeiter-Zeitung (dem Zentralorgan der damals allein regierenden SPÖ) vom 29. August 1980  wurde die Transaktion aufgedeckt, das Geld später zurückgezahlt. Wegen seiner Rolle in der Parteispendenaffäre erhielt Rabelbauer in der Presse den Übernamen "Der Mann mit dem Koffer".

Bela Rabelbauer wurde 1988 wegen schweren Betrugs und einer Reihe anderer Finanzdelikte zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Nach Abbüßung eines Teils seiner Strafe gelang es ihm, ins Ausland zu fliehen, er wurde aber 1994 in Thailand verhaftet und 1996 nach Österreich ausgeliefert. Obwohl er mehrfach in gravierender Weise mit dem Gesetz in Konflikt geriet, gelang es Rabelbauer immer wieder, als „Millionenjongleur“ effektvoll öffentlich in Erscheinung zu treten. Er verfasste auch Bücher, in denen er zum Teil versuchte, sich selbst als „Aufdecker“ darzustellen.

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Mittwoch, 4. Oktober 2017

[ #Arlberg ] Schipionier Hannes Schneider: Der weiße Rausch

In der Geschichte des Vorarlberger Schipioniers Hannes Schneider, der in dem Dorf Stuben am Arlberg geboren ist, verdichtet sich die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts auf eine eigenartige Weise. 

Hannes Schneider (Johann Schneider * 24. Juni 1890 in Stuben am Arlberg / Klösterle; † 26. April 1955 in North Conway, New Hampshire, USA) ist jener  Vorarlberger, welcher den Schilauf  revolutionierte. Als erster leitete er dazu an, in den Kurven das Gewicht zu verlagern, um dann die Schier mit einem kräftigen Schwung in die richtige Bahn zu lenken. Für Schussfahrten ging er in die "Arlberg-Hocke". Seine spektakuläre Technik zog immer mehr Menschen an und der Pionier gründete im Winter 1921/22 die erste Schischule der Welt.

Filmstar. Die Popularität steigerte sich vor allem durch die Schifilme von Dr. Arnold Fanck, der in Schneider einen kongenialen Partner zur Umsetzung seiner Ideen fand. Schon vor dem Ersten Weltkrieg war Fanck auf Hannes Schneider aufmerksam geworden. Mit ausgesuchten Kameramännern präsentierte er 1920 schließlich im Film „Wunder des Schneeschuhs" den Schilauf der damaligen Zeit im Film, wobei die Fahrweise Hannes Schneiders die Umsetzung erst ermöglichte.



Das gleichnamige Lehrbuch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Es folgten weitere Filmproduktionen, die teilweise – wie etwa „Der große Sprung" – in Stuben am Arlberg , dem Geburtsort von Hannes Schneider, gedreht wurden. Die größte Breitenwirkung erzielte der 1931 produzierte Tonfilm „Der weiße Rausch", in dem Hannes Schneider neben der Hauptdarstellerin Leni Riefenstahl in der Rolle "Leni" zu sehen ist. Auch wenn der Film, der in Österreich unter dem Titel "Sonne über dem Arlberg" vertrieben wurde,  eine recht dünne Handlung hat, so hat er doch für den Wintersport und den Wintertourismus eine enorme Bedeutung erreicht.

Staatssekretär Guido Schmidt mit Bundeskanzler Schuschnigg (Mitte) und Hannes Schneider (links) 1937 in St. Christoph am Arlberg
Verhaftung. Wenig bekannt ist, dass sich Hannes Schneider mit den Nationalsozialisten angelegt hatte. In den Morgenstunden des 13. März wird Hannes Schneider verhaftet und in das Gefängnis von Landeck verbracht. Dort waren neben vielen Geschäftstreibenden und Funktionären der Vaterländischen Front und anderen politischen Funktionären auch der damalige Landecker Bezirkshauptmann  inhaftiert.  Gegen Schneiders Verhaftung wehrte man sich nicht nur in St. Anton, auch aus dem Ausland wurde interveniert, nicht zuletzt von Arnold Lunn, dem britischen Skiverbandspionier, der 1927 mit Schneider das Arlberg-Kandahar-Rennen ins Leben gerufen hatte. Am 6. April wird Schneider endlich freigelassen, darf aber nicht nach St. Anton zurückkehren. Zu groß war der Widerstand und der Neid der Nazis gegen den erfolgreichen Hannes Schneider. Andere Hoteliere hofften wiederum auf die deutschen Gäste.

Zum Vorwurf wurde Schneider aber nicht nur sein geschäftlicher Erfolg gemacht, sondern seine "Judenfreundichkeit".  Er unterband in seiner Schischule von Anfang an antisemitische Umtriebe. Seine Freundschaft mit dem Juden Ing. Rudolf Gomperz, der 1904 nach St. Anton am Arlberg gekommen war, und zusammen mit ihm Unglaubliches für den Tourismus und den Schisport geleistet hatte.

Gleich nach dem Anschluß an das deutsche Reich wurde Ing. Gomperz, der nach den Nürnberger Rassengesetzen als Jude galt - wiewohl er längst zum Protestantismus konvertiert war - , aus allen Ämtern enthoben und von der Gestapo angewiesen, St. Anton zu verlassen.  Um seine beiden Söhne vor Verfolgungen zu schützen, kommen er und seine Frau, sie ist "arisch", auf eine ungeheure Idee. Die Frau erklärt den Behörden, die Söhne seien nicht von ihrem jüdischen Gatten. Tatsächlich bekommen die Söhne so einen Arier-Ausweis. Die St. Antoner Bürger ziehen sich völlig von Gomperz und seiner Frau zurück und es setzt eine Art Kesseltreiben gegen sie ein. Auch ihre finanzielle Lage wird immer schwieriger. 1942 muss Gomperz auf Veranlassung der Nationalsozialisten seinen Wohnsitz nach Wien verlegen. Er wird von dort in einem der so genannten "Judentransporte" nach Minsk deportiert. Von diesem Transport überlebt nur einer. Seine Frau hört nie mehr etwas von ihrem Mann.

Auswanderung in die USA. Abenteuerlich ist auch Schneiders Weg in die Vereinigten Staaten. Hanno Loewy (Wunder des Schneeschuhs? Hannes Schneider, Rudolf Gomperz und die Geburt des modernen Skisports am Arlberg) zeichnet diesen Weg nach: "1937 hatte der aus North Conway stammende Präsident der Manufacturers Hannover Bank Harwey Dow Gibson, das Skigebiet erworben und begonnen, es in großem Stil mit der Errichtung eines eigenwilligen Skiliftes, dem Skimobil, auszubauen. Seine Funktion als Vorsitzender des Kongress-Komitees für kurzfristige Auslandskredite an Deutschland brachte ihm zugleich die Chance, den 'Vater des modernen Skilaufs' in die USA abzuwerben. Seine Verhandlungen mit Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht blieben geheim. Aber im Januar 1939 konnte Hannes Schneider seiner Familie in St. Anton mitteilen, dass man sich in Paris treffen werde, um auf große Reise zu gehen. Am 9. Februar kommen sie mit der Queen Mary von Cherbourg in New York an. Zwei Tage später wird Hannes Schneider in North Conway triumphal empfangen."



Der Hindukusch am Arlberg. Ebenso lehrreich ist Schneiders Intiative für das Kandahar Rennen in St. Anton. Das Arlberg-Kandahar-Rennen war schon vor Winter-Olympiade und FIS-Weltmeisterschaften eine Institution im alpinen Schisport. Kandahar, die Stadt in Afghanistan spielt eine Schlüsselrolle im aktuellen politischen Geschehen am Hindukusch. Doch welche Verbindung besteht zwischen dem Traditions-Skiwettbewerb und der Stadt Kandahar, die seit 200 Jahren Unruheherd und Schauplatz erbitterter Kämpfe ist? Die Engländer waren Anfang der 1920er Jahre des vorigen Jahrhunderts, was Skireisen anbelangte, allen anderen europäischen Ländern voraus. Und da die Briten mit Bergen wenig gesegnet sind, tummelten sie sich überall in den Alpen. Auf Bitten von Sir Arnold Lunn, einem der britischen Skipioniere und unermüdlicher Kämpfer um die Anerkennung der alpinen Disziplinen Abfahrt und Slalom, stiftete der Brite und Vizepräsident der "Public School of Wintersport", Frederick Roberts, 1911 einen Pokal für ein Abfahrtsrennen. Roberts hatte 1879 als Kommandant der britischen Streitmacht im zweiten Afghanischen Krieg die britische Garnison in Kandahar befreit. In Anerkennung seines Sieges wurde er zum "Earl of Kandahar" ernannt. Das Rennen wurde somit zur "Challenge Roberts of Kandahar". Sir Arnold Lunn intervenierte bekanntlich auch gegen die Inhaftierung von Hannes Schneider erfolgreich beim Deutschen Reich.

Filmografie:
  • DAS WUNDER DES SCHNEESCHUHS.  D 1919/20, Regie: Arnold Fanck; Produktion: Berg- und Sportfilm GmbH, Freiburg; Drehbuch: Arnold Fanck, Deodatus Tauern; Kamera: Sepp Allgeier, Arnold Fanck; Schnitt: Arnold Fanck; 1822m. Darsteller: Hannes Schneider, Ernst Baader, Sepp Allgeier, Arnold Fanck, Bernhard Villinger.
  • IM KAMPF MIT DEM BERGE. D 1921, Regie: Arnold Fanck; Produktion: Berg- und Sportfilm GmbH, Freiburg; Drehbuch: Arnold Fanck; Kamera: Sepp Allgeier, Arnold Fanck; Musik: Paul Hindemith; Schnitt: Arnold Fanck; 1536m. Darsteller: Ilse Rohde, Hannes Schneider.
  • DAS WUNDER DES SCHNEESCHUHS. 2.TEIL: EINE FUCHSJAGD AUF SKIERN DURCHS ENGADIN. D 1921/22, Regie: Arnold Fanck; Produktion: Berg- und Sportfilm GmbH, Freiburg; Drehbuch: Arnold Fanck; Kamera: Sepp Allgeier, Arnold Fanck; Schnitt: Arnold Fanck; 2466m. Darsteller: Hannes Schneider, Ernst Baader, Hans Schneeberger, Dagfin Carlsen, Vigo Christensen u.a.
  • DER BERG DES SCHICKSALS. EIN DRAMA AUS DER NATUR. D 1923/24 Regie: Arnold Fanck; Produktion: Berg- und Sportfilm GmbH, Freiburg; in Zusammenarbeit mit Alpenfilm AG; Drehbuch: Arnold Fanck; Kamera: Arnold Fanck, Hans Schneeberger, Herbert Oettel (Außen), Eugen Hamm, Sepp Allgeier (Innen); Schnitt: Arnold Fanck; 2432m. Darsteller: Hannes Schneider, Erna Morena, Frida Richard, Luis Trenker, Gustav Oberg, Hertha von Walther.
  • DER HEILIGE BERG.  D 1925/26 Regie: Arnold Fanck; Produktion: Universum-Film AG (Ufa); Drehbuch: Arnold Fanck; Kamera: Helmar Lerski, Hans Schneeberger (Innen), Sepp Allgeier (Außen); Musik: Edmund Meisel; Schnitt: Arnold Fanck; 3100m. Darsteller: Leni Riefenstahl, Luis Trenker, Ernst Petersen, Frida Richard, Friedrich Schneider, Hannes Schneider.
  • DER WEISSE RAUSCH  D 1930/31Regie: Arnold Fanck; Produktion: H. R. Sokal-Film GmbH; Drehbuch: Arnold Fanck; Kamera: Richard Angst, Kurt Neubert (Außen), Hans Gottschalk (Innen); Musik: Paul Dessau; Schnitt: Arnold Fanck; 2565m. Darsteller: Leni Riefenstahl, Hannes Schneider, Guzzi Lantschner, Walter Riml, Rudi Matt u.a.
[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

Dienstag, 3. Oktober 2017

[ #Altach ] Der Islamische Friedhof in Vorarlberg

Am  2. Juni 2012 wurde der islamische Friedhof in der Gemeinde Altach feierlich eröffnet. Für die erfolgreiche Umsetzung des Gemeinschaftsprojekts haben mehrere Partner in Vorarlberg engagiert zusammengearbeitet. 

Die Initiative für einen islamischen Friedhof lief 2003 an. Aufbauend auf einer 2004 veröffentlichten Studie erarbeitete eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe ein Empfehlungspapier, das als Grundlage für die Errichtung diente. Ergebnis des mehrjährigen konstruktiven Entwicklungsprozesses ist der im Frühjahr dieses Jahres fertig gestellte neue islamische Friedhof. Entstanden sind fünf Grabfelder mit rund 700 Gräbern. Außerdem gibt es einen Waschraum für die rituelle Waschung, einen überdachten Bereich für die Verabschiedung der Toten und einen kleinen Gebetsraum. Die Kosten für die Anlage samt Außenbauten beliefen sich auf 2,3 Millionen Euro.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

[ #Bartholomäberg ] Die Bartholomäberger Denkmäler

Die Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bartholomäberg enthält denkmalgeschützte, unbewegliche Objekte der Gemeinde Bartholomäberg im Montafon, wobei die Objekte entweder per Bescheid und durch Verordnung nach § 2a des Denkmalschutzgesetzes unter Schutz gestellt wurden.

Die Objekte bestehen aus kirchlichen Gebäuden, landwirtschafts-, Alm-, Vorsäß- und Wohnhäusern. Das bekanntese Objekt ist wohl die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Bartholomäus in Bartholomäberg. Die ursprünglich romanische, dann gotische, heute barock ausgestaltete Kirche enthält noch weitere Schätze. Die Kassettendecke mit den vierzehn Nothelfern, die Chorbogenfiguren, die Kirchenpatrone, Altäre und das Fresko im Chor machen diese Kirche in Vorarlberg unvergleichbar.

Schätze. Der älteste und zugleich kostbarste Kunstschatz der Kirche ist das romanische Vortragekreuz (~1150). Die Orgel der Pfarrkirche Bartholomäberg des Vorarlberger Orgelbauers Johann Michael Graß (* 1746 in Bürserberg; † 1809 in Lommis) hat noch am meisten an Originalsubstanz aller bekannten Graß-Orgeln bewahren können. Sie ist ein Denkmal der süddeutsch-österreichischen Orgelbaukunst des auslaufenden 18. Jahrhunderts als solches weit über die Landesgrenzen bedeutsam. Der gotische Seitenaltar und der barocke Hochaltar sind weitere beachtliche Kunstschätze der Pfarrkirche der ehemaligen Bergbaugemeinde. Bartholomäberg gehört nämlich zu den ältesten urkundlich erwähnten Bergbaugebieten im Alpenraum.

Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bartholomäberg:

Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Almanlage, Küngsmaisäß Alpe Stein 1 .514/13 Bescheid
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Kath. Pfarrkirche, hl.
Bartholomäus und Friedhof Dorf 1 9/1, .1/1 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Wohnhaus Dorf 11 .188 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Pfarrhof Dorf 8 787/1 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg ehem. Gasthof Adler Fangesweg 9 .2 Bescheid
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Wohnhaus, Bauernhof (Anlage) Glänweg 10 .811 Bescheid
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Schule Innerbergstraße 13 .1020 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Flur-/Wegkapelle, hl. Maria Jetzmunt 14 .1706/6 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Kath.Filialkirche, Pfarrexpositurkirche hl. Josef Kirchstraße 2 .1105 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Flur-/Wegkapelle, hl. Maria Marentes .480 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Kuratienkirche unserer Lieben Frau Mariä Unbefleckte Empfängnis und Friedhof Mühleweg 2 .733, 2931 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Wohnhaus Mühleweg 4 .736 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Flur-/Wegkapelle Herishof Obdörfleweg 2302/1 Bescheid
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Kapelle zur hl. Maria Panoramastraße 2247/1 Bescheid
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Kapelle Valleu Plattaweg 25, bei .906 Bescheid
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Flur-/Wegkapelle, hl.  Johannes Rellseck .952 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Flur-/Wegkapelle, hl. Maria Valleu .912 §2a

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[ #Dornbirn ] Meine Heimatstadt Dornbirn

Arbeitsblätter für den Sachunterricht der 3. Klassen der Volksschule. Die Sammlung enthält 70 Arbeitsblätter über Dornbirn, seine Bergparzellen und seine wichtigsten Einrichtungen. 
Vorarlberger-Bloghaus-Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!
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Mittwoch, 20. September 2017

[ #Walsertal ] Alpingeschichte des Großen Walsertales

[Free eBook] Im Rahmen des Projektes "Bergsteigerdörfer" entstand das Büchlein "Alpingeschichte Kurz und Bündig - Das Große Walsertal" von Ingeborg Schmid-Mummert. 

Das 51seitige Büchlein ist in den Tourismusbüros und Gemeindeämtern des Walsertales gratis erhältlich, kann aber auch als PDF-Datei online heruntergeladen werden.

"Die Literatur über dieses Gebiet ist ungemein dürftig" vermerkte der Alpinist C.W. Pfeiffer aus Frankfurt in der Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins 1888 über das Große Walsertal. Diese Feststellung hat an Aktualität nichts verloren. Das kleine Buch der promovierten Volkskundlerin Ingeborg Schmid-Mummert füllt eine Lücke. Erstmals wurde die Tourismusgeschichte des Tales umfassend untersucht und leicht lesbar vermittelt. Das Büchlein verdankt seine Entstehung dem Projekt "Bergsteigerdörfer" des Österreichischen Alpenvereins (OeAV) als Beispiel einer erfolgreichen Umsetzung der Alpenkonvention.

Die Autorin stellt zunächst das Tal in seiner naturräumlichen, sozialen und wirtschaftlichen Dimension dar, die Walserkolonisation im 14. Jahrhundert wird dabei besonders hervorgehoben. Die Alpingeschichte präsentiert Schmid-Mummert als chronologisch angelegte Erzählung. Bevor aber die Taten der Alpinisten einer Würdigung unterzogen werden, vermittelt sie ein Bild des Tales aus der Sicht von Reiseberichten.

Worum geht es:
Alpingeschichte Kurz und Bündig "Das Große Walsertal"

Inhalt:
  • Daten und Fakten
  • Die Einwanderung der Walser
  • Das ganze Alpenland an einem Tag
  • Für Touristen "jeder Geschmacksrichtung"
  • "Alpine Taten" - Eine Auswahl
  • Damit die Gäste bleiben
  • Aus der Not eine Tugend machen

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Dienstag, 19. September 2017

[ #Vorarlberg ] Geschützte Pflanzen in Vorarlberg

In Vorarlberg dürfen wild wachsende Pflanzen weder missbräuchlich genutzt, noch mutwillig beschädigt oder vernichtet werden.

Alle Arten folgender Gattungen und Familie sind neben anderen nach der Vorarlberger Naturschutzverordnung vollständig geschützt: Akeleien (Aquilegia), Igelkolben (Sparganium), Orchideen (Orchidaceae), Rohrkolben (Typha), Schwertlilien (Iris), Sonnentau (Drosera), Traubenhyazinthe (Muscari).

In Vorarlberg dürfen wild wachsende Pflanzen weder missbräuchlich genutzt, noch mutwillig beschädigt oder vernichtet werden. Eine maßvolle Nutzung für den persönlichen, privaten Gebrauch, wie das Sammeln von Kräutern, ist erlaubt. Dabei dürfen aber keine erheblichen Nachteile für die Natur und andere Nutzer entstehen. Jedenfalls verboten sind Nutzungen im Rahmen von organisierten Sammelaktionen oder zu Erwerbszwecken.

Das Sammeln von Pilzen ist in der Zeit von 8 bis 17 Uhr und in einer Menge von höchstens 2 kg Frischgewicht pro Person und Tag erlaubt. Es dürfen nur solche Pilze gesammelt werden, die vom Sammler vorher als essbar erkannt werden.

Enzianwurzeln dürfen höchstens bei der Hälfte der Pflanzen, gleichmäßig verteilt über das Sammelgebiet entnommen werden. Zudem ist eine schriftliche Erlaubnis des Grundeigentümers mit Ort und Zeitraum des Sammelns mitzuführen.

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[ #Montafon ] Gefährdetes Nutztier: Das Montafoner Steinschaf

Das Alpine Steinschaf stammt vom Torfschaf ab und entspricht der ursprünglichen Schafrasse der Alpen.

Im Verhältnis zu sonstigen Schafen ist das Montafoner Steinschaf kleiner und schlanker, genügsam und extrem widerstandsfähig. Ein guter Futterverwerter in hoher und steiler Lage. Beim Fell kommen verstärkt schwarze bis bräunliche und weiß-schwarz gescheckte Fellfarben vor, eher selten sind ganz weiße Schafe. Beide Geschlechter können behornt oder unbehornt sein.

Es ist eine vom Aussterben bedrohte Schafrasse und kam nur noch vereinzelt im hintersten Montafon vor. Es wurde durch größere und mastfähigere Rassen verdrängt und kam so auf der Liste der gefährdeten Nutztiere. Ab 1989 wurden typische Tiere angekauft und ein Zuchtbuch zur Vermeidung von Inzucht gegründet. Seither wird die Rasse in ganz Vorarlberg gezüchtet.

Alte Nutztierrassen sind ein reicher Fundus für Eigenschaften, die Tieren unter veränderten Haltungsbedingungen - verursacht etwa durch den Klimawandel - von Nutzen sein könnten. Deshalb ist es wichtig, dass diese Rassen erhalten bleiben, obwohl der direkte Nutzen vielleicht noch nicht heute oder morgen erkennbar ist. Indem Landwirte ihre Höfe als Überlebensräume für seltene Tierarten öffnen, tragen sie dazu bei, ein genetisches Potenzial zu sichern. Das kann in Zukunft von großem Nutzen sein.

Seltene Nutztierrassen - Handbuch der Vielfalt. Das als PDF kostenlos downloadbare Handbuch "Seltene Nutztierrassen - Handbuch der Vielfalt" entstand durch die Zusammenarbeit von ÖKL, der ARCHE Austria, einem Verein zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen, und der ÖNGENE, einer vom Lebensministerium gegründeten wissenschaftlichen Plattform zur Erhaltung der gefährdeten landwirtschaftlichen Nutztierrassen in Österreich. Es beschreibt jene Rassen, die in Österreich selten geworden sind.




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Seltene Nutztierrassen - Handbuch der Vielfalt. 
Enthaltene Rassensteckbriefe seltener Nutztierrassen

Geflügel
Altsteirerhühner
Blaue Pute und Cröllwitzer Pute
Haubenente (Landente mit und ohne Haube)
Österreichische Landgans
Pommernente
Sulmtaler Huhn weizenfarbig
Taube

Hund
Österreichischer Pinscher

Schwein
Mangaliza
Turopolje

Schaf
Alpines Steinschaf
Braunes Bergschaf
Kärntner Brillenschaf
Krainer Steinschaf
Montafoner Steinschaf
Tiroler Steinschaf
Waldschaf
Zackelschaf

Ziege
Blobe Ziege
Gämsfarbige Gebirgsziege
Pfauenziege
Pinzgauer Strahlenziege
Pinzgauer Ziege
Steirische Scheckenziege
Tauernscheckenziege
Spielarten der Natur:Kurzohr Ziege und Vierhorn Ziege

Rind
Ennstaler Bergschecke
Kärntner Blondvieh
Murbodner Rind
Original Braunvieh
Original Pinzgauer Rind
Jochberger Hummeln
Österreichisch-Ungarisches Steppenrind
Pustertaler Sprinzen
Tiroler Grauvieh 67
Tux-Zillertaler Rind
Waldviertler Blondvieh
Westungarischer Wasserbüffel

Pferd und Esel
Altösterreichisches Warmblut
Huzulenpferd
Lipizzaner
Österreichischer Noriker
Shagya Araber
Österreichisch-Ungarischer Weißer Esel

Bienen
Fische
Kaninchen