Donnerstag, 26. April 2018

[ #Hohenems ] Zwei Retrodigitalisate von Rabbiner Daniel Ehrmann aus Hohenems online


Das Werk "Beiträge zu einer Geschichte der Schulen und der Cultur unter den Juden Von der Rückkehr aus dem babylonischen Exil bis zum Schlusse des Talmuds" erschienen 1846 in Prag von dem Hohenemser Rabbiner Daniel Ehrmann steht als Retrodigitalisat bei der Österreichischen Nationalbibliothek online.

Rabbiner Daniel Ehrmann. Daniel Ehrmann wurde 1817 in Mattersburg geboren. 1845 kam er als Rabbiner und Nachfolger von Abraham Kohn nach Hohenems, wo er bis 1852 blieb. In diesem Jahr folgte er einem Ruf nach Böhmisch-Leipa. Er fiel nicht nur durch seine Entschlusskraft in Bezug auf das jüdische Schulwesen und sein rhetorisches Talent auf, sondern auch durch seine Publikationstätigkeit. Er starb am 15 November 1882 in Brünn.

Solidarität mit der Gemeinde. Aron Tänzer schreibt in seiner Geschichte der Juden in Tirol und Vorarlberg:
"Mit Rabbiner Daniel Ehrmann war ein Mann von nicht nur bestem Willen, sondern auch reicher praktischer Erfahrung nach Hohenems gekommen, der es besser als sein Vorgänger und mit geringeren Kämpfen und Mitteln verstand, seine Ideen
durchzuführen.
Ehrmann schuf sich einen starken Rückhalt in der Gemeinde für seine reformatorischen Bestrebungen dadurch, dass er die Gebildeten, Reichen und Moderngesinnten unter dem Namen „Kultuskomitee" vereinigte und so ein nachhaltiges Wirken mit vereinten bedeutenden Kräften ermöglichte.
Diese Gründung des Kultuskomitees war eine kluge Tat Ehrmanns, weil er damit dem aus dem Wege ging, was so viele Rabbiner in vielen Gemeinden an der Durchführung oft sehr guter Pläne hinderte und noch hindert. Er brauchte nicht über den Kopf der Gemeinde hinwegzuhandeln, verhinderte aber auch, dass über ihn hinweg gehandelt wurde und er nur pro forma nachträglich gutzuheissen hatte, was ohne ihn geschehen war und er nicht mehr ändern konnte. Endlich aber lag in dieser Solidarität mit der Gemeinde oder doch ihrem besser gesinnten Teile die Bürgschaft des Erfolges." 
Kultuskomitee. Im Oktober 1846 konstituierte sich auch wirklich das Kultuskomitee in Hohenems mit denkwürigen Statuten, das eine Partizipation der jüdischen Gemeinde an den jüdischen Kultusangelegenheiten ermöglichte. Damit waren die Hohenemser Juden schon 1846 auf dem Stand, den beispielsweise die katholische Kirche mit ihren Pfarrgmeinderäten ähnlich erst nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1965) schaffte:
  • Zur Regelung und Leitung der Kultusangelegenheiten besteht ein Kultuskomitee. 
  • Zweck des Komitees ist, die Kultusangelegenheiten in weitestem Umfange zu beraten und die Beschlüsse nach Kräften in Wirksamkeit zu setzen. 
  • Das Kultuskomitee ist von der Vorstehung zur sofortigen Durchführung seiner Beschlüsse bevollmächtigt worden. Nur besonders wichtige Beschlüsse und solche die Geldausgaben erfordern, sollen erst der Vorstehung vorgelegt werden. 
  • Nicht nur Synagogen- sondern auch alle andern religiösen öffentlichen Angelegenheiten fallen in den Bereich des Kultuskomitees. 
 [Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒

Donnerstag, 12. April 2018

[ #Bregenzerwald ] Dreistufen-Landwirtschaft im Bregenzerwald


Bregenzerwald im Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgeführt.

Die traditionelle Dreistufen-Landwirtschaft im Bregenzerwald ist seit kurzem Immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe. Das traditionelle, lebendige Leben der Wälder Bauern im Jahreskreis beschreibt sich als höchst mobil: Zwischen Viehweide, Berggut, Vorsäß, Alpe und Wildheu.

Dreistufenlandwirtschaft. Da das silofreie Futter aus den hofeigenen Flächen bei den meisten im Bregenzerwald angesiedelten bäuerlichen Betrieben nicht ausreicht, um das Vieh ganzjährig zu versorgen, bedienen sich die Bregenzerwälder Bäuerinnen und Bauern bis heute einer altbewährten Bewirtschaftungsform, der so genannten Dreistufenlandwirtschaft. Im jahreszeitlichen Kreislauf der Dreistufenlandwirtschaft ziehen die Familien oder ein Teil der Familie im Spätfrühling mit dem Vieh vom Hof zuerst auf das Vorsäß (eine niedrig gelegene Alm) und etwa Anfang Juli auf die Alpe.

Mitte September kehren alle mit einem feierlichen Alpabtrieb wieder zurück auf die Vorsäß oder ins Tal zu den Heimbetrieben. Durch den Verzicht auf gärende Futtermittel kann aus der Milch der auf diese Weise gehaltenen Tiere die so genannte Heumilch gewonnen werden, welche unter anderem zur Herstellung der traditionellen Bregenzerwälder Käsesorten unverzichtbar ist. 

Die Dreistufenlandwirtschaft ist in allen Gemeinden des Bregenzerwaldes von Bedeutung. Sie ist ein fester Bestandteil des Kulturerbes der Familien, die auf diese Weise ihre Höfe bewirtschaften. Aber auch für alle anderen Bewohnerinnen und Bewohner des Bregenzerwaldes ist die Dreistufenlandwirtschaft wichtig: einerseits wegen der regionalen kulinarischen Produkte aus Milch und Käse, die durch diese traditionelle Bewirtschaftungsform erst möglich werden, und andererseits wegen der Feste und Bräuche (Alpaufzüge, Alpabtriebe, Alpmessen, Alpfeste, Käsemärkte, etc.), die in engem Zusammenhang mit der Dreistufenlandwirtschaft stehen.

Das Wissen um die Bewirtschaftung der Weideflächen mittels Dreistufenlandwirtschaft wird seit Generationen innerhalb der Bauernfamilien durch Vorzeigen, Vorleben und mündliche Überlieferung weitergegeben. Männliche Jugendliche aus der Familie oder aus dem Bekanntenkreis beginnen als „Pfister“ die Alpwirtschaft von den Erwachsenen zu lernen. Später werden aus diesen „Pfistern“ dann oft Hirten, Senner oder Alpmeister.


Die Technik der Dreistufenlandwirtschaft kam etwa im 14. Jahrhundert mit den nach Vorarlberg ausgewanderten Walsern aus dem Kanton Wallis in der Schweiz in das Gebiet des heutigen Bregenzerwaldes. Die Dreistufenlandwirtschaft definiert sich als eine umfassende Nutzung der gesamten Vegetation des Lebensraumes über die Höhenstufen im alpinen Raumes. Diese Wanderweidewirtschaft ist nicht mit nomadischem Wirtschaften zu vergleichen sondern saisonell und in sehr engem räumlichen Verhältnis. Zudem erfordert die Milchwirtschaft eine nächtliche Einstallung und die damit verbundene alpine Siedlungstätigkeit. Auf den Maisäßen begnügte man sich mit den notwendigsten Räumen, die aber immer wieder in Größe und Anzahl dem Bedarf angepasst wurden. Die Gebäude wurden mit behauen Rundlingen oder in Blockbauweise und Steinen errichtet, die Dächer sind meist mit Nagelschindeln in drei- bis vierfacher Überdeckung ausgeführt.

Die Maisäße gelten als Erfindung der als Wehrbauern eingewanderten Walser in einzelne höherliegende Täler Vorarlbergs und Westtirols. Die erste Stufe betrifft den bäuerlichen Betrieb im Tal, der vom Frühling bis in den Herbst bewirtschaftet werden konnte und Vorrat für den Winter schaffen sollte. Im Laufe des Frühjahrs zog der Bauer jedoch mit seinem Vieh der höhersteigenden Vegetation nach, sodass sie sich im Mai/Juni auf Höhen von etwa 1200 bis 1600 Metern befanden, wo die zweite Stufe der Maisäße entstehen konnte. In den Sommermonaten konnten die Höhen von 1600 bis 2000 Meter genutzt werden und damit war die dritte Stufe, die Alpen, entstanden. Im September kehrte man wieder auf die zweite Stufe zurück, wo inzwischen auch ein Vorrat für den Winter geschaffen worden war, ehe in der Folge der Rückzug in die Täler erfolgte.

Allerdings hat sich vor allem im letzten Jahrhundert ein merklicher Wandel bemerkbar gemacht: war es bis in die 1950er Jahre üblich, dass ganze Familien mit Kindern und teilweise sogar mit Lehrern auf die Vorsäß zogen, so sind es heute meist nur mehr einzelne Familienmitglieder. Auch fand eine Anpassung an den heutigen Stand der Technik statt, und viele Vorsäße sind problemlos mit Fahrzeugen zu erreichen, was zu einer Halbierung des Personalbedarfs im Vergleich zu den 1950er Jahren führte. Trotzdem bleibt diese Bewirtschaftungsform von Kontinuitäten bestimmt, da diese landwirtschaftliche Praxis - abgesehen vo der Technisierung - seit Jahrhunderten kaum verändert wurde.

Erhalt der Kulturlandschaft. Unmittelbar mit der Alpung verbunden ist die Pflege und der Erhalt der Kulturlandschaft. Die regelmäßige Bealpung verhindert die Verbuschung und Verkrautung von Alpwiesen und Berghängen. Der Tritt der Kühe auf steilen Hanglagen kann zudem Hangrutschungen, Murenabgängen und Lawinen verbeugen.

Bedrohungen. Der Verfall des bäuerlichen Images führt dazu, dass viele Landwirtinnen und Landwirte, in einen anderen Beruf wechseln und den landwirtschaftlichen Betrieb aufzulassen. Eine Umstellung der Betriebe auf die weniger aufwändige Silowirtschaft bedroht die Dreistufenlandwirtschaft. Dem steht allerdings die Herstellung der traditionellen Bregenzerwälder Milch- und Käseprodukte entgegen, welche mit Silomilch so nicht mehr möglich wäre.

Der gewaltige Technisierungsschub verbunden mit der Verkürzung der Wege durch die Verkehrstechnik führt freilich auch dazu, dass die Landwirtschaft des Talbodenses und jene der Alpen ausreichen, womit eine Maisäßbewirtschaftung ohne Wanderbewegung direkt vom Tal aus durchgeführt werden kann. Maisäße werden damit zunehmend nicht mehr gebraucht und somit nicht mehr bewirtschaftet. Sie verschwinden im sich ausbreitenden Wald oder in Tourismusangeboten.


[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒

Mittwoch, 28. März 2018

[ #Arlberg ] Alpine Verkehrskultur am Arlbergweg von Landeck bis Bludenz

Für Vorarlberg bietet sich am Arlberg eine echte Chance, einen Erlebnisweg anzubieten.

Im Bemühen, die Sommersaison zu beleben, versuchen Touristiker immer häufiger, die von den Sommergästen vorrangig nachgefragten Wanderangebote zu verbessern. Das Vorarlberger Wanderwegenetz ist auch in dieser Richtung eine Attraktion.

Kulturweg Alpen. Meistens sind diese Wege aber nur lokale und räumlich recht begrenzte Wege und überregionale Angebote sind noch kaum entwickelt, wiewohl es sie auch andernorts gibt. So haben die Schweizer Naturfreunde schon 1999 einen „Kulturweg Alpen - zu Fuss vom Lac Léman ins Val Müstair" lanciert. Die Initiative "Get-Together" führt beispielsweise eine Sprachenwanderung durch die vier Schweizer (Amts-)Sprachenregionen.

Arlbergweg. Möglichkeiten bieten sich auch in Österreich, wurden bis jetzt aber noch nicht in dieser professionellen Weise genutzt. Für Vorarlberg bietet sich am Arlberg eine echte Chance, einen Erlebnisweg auf vergleichbarem Niveau anzubieten. Auf der Grundlage des 1995-99 erarbeiteten Wanderwegekonzeptes Klostertal wäre ein solcher Schaupfad zwischen Bludenz und St.Christoph auch bereits kurzfristig realisierbar. Freilich könnte die Gesamtattraktivität eines Arlbergweges wesentlich gehoben werden, wenn er nicht am Pass enden, sondern auch durch das Stanzertal bis Landeck führen würde. Für alle Überlegungen in dieser Richtung müssen aber vorweg grundsätzliche Fragen der Machbarkeit abgeklärt werden.

Free eBook. Eine Vorstudie über die historisch-geographischen Voraussetzungen für einen verkehrsgeschichtlichen Erlebniswanderweg über den Arlberg wurdenim Auftrag des Amtes der Vorarlberger Landesregierung, von der Abteilung VIIa - Raumplanung - unter Federführung von Helmut Tiefenthaler - bereits durchgeführt und in der gegenständlichen Publikation veröffentlicht. Die Arbeit enthält jede Menge verkehrsgeschichtliches Material und harrt auf entsprechende Wanderinitiativen.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

Freitag, 9. März 2018

[ #Bregenz ] Freies Digitalisat: Die Römer in Vorarlberg (1872)


Im Jahr 15 v. Chr. eroberten die Römer den Alpenraum und auch Bregenz. Die Römer errichteten zunächst ein wall- und grabengeschütztes Militärlager auf dem Ölrain, das Mitte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts von einer städtischen Anlage abgelöst wurde: eine typische römische Provinzialstadt mit Prachtstraße, mit Forum, mit Tempeln, mit Villen und Handwerksviertel.

1883 hatte der Industrielle Samuel Jenny auch im Areal "Uf der Studa" in Feldkirch-Altenstadt die Spuren einer römischen "Villa rustica" ausgegraben.

Die Römer in Vorarlberg (1872). Ein Bericht im Rahmen des Museums-Vereines bei Wagner in Innsbruck verlegten Vortrages von John Sholto Douglass und Samuel Jenny über die Ausgrabungen und Funde aus der Römerzeit in Vorarlberg steht als Retrodigitalisat kostenlos bei Internet-Archive (San Francisco) zum Download bereit.

John Sholto Douglass (1838 - 15.9.1874). John Sholto Douglass (1838 - 15.9.1874) - 15th Lord of Tilquhillie - war der älteste Sohn des Ehepaares John und Jane Douglass, auf Falkenhorst geboren. John Douglass (14. Lord of Tilquhillie) war aus armem schottischem Adel. Er hatte Jane, die reiche Tochter des Fabrikanten James Kennedy, geheiratet. Aus dieser Ehe stammten sechs Kinder, drei starben im Kindesalter. John Douglass starb am 1870 in Tilquhillie in Schottland. Nach seinem Tod erhielt der Schulfond und der Armenfond der Gemeinde Thüringen 1000 Gulden.

Schottland-Bregenz-Thüringen. Sein ältester Sohn John Sholto Douglass vermählte sich 1864 mit Vanda von Poellnitz. Mit seiner Frau Vanda hatte er vier Kinder. Der ursprüngliche Familiensitz der Douglass war Tilquhillie Castle in der Nähe von Banchory, Aberdeen. Die Pöllnitz bewohnten Babenwohl bei Bregenz (heute Vorarlberger Landesbibliothek).

Er war Fabrikant in Thüringen und war als wissenschaftlich interessierter Mensch in etlichen landesweiten Vereinigungen führend tätig. So gilt er auch als Gründer der Alpenvereinssektion Vorarlberg.

Alpenverein. Der Tod ereilte den passionierten Jäger und Naturfreund am 15. September 1874 im Radonatobel im Klostertal. Er wurde in Feldkirch begraben. Seine Witwe heiratete den Bludenzer Maler Jehly. Aus dieser Verbindung stammt die Bludenzer Dichterin Gulbransson. An John Sholto Douglass erinnert auch die Douglasshütte am Lünersee, die am 28. August 1872 von John Sholto Douglass eingeweiht wurde.

Samuel Jenny (1837-1901). Die Herkunft Samuel Jenny 1837-1901 war der Sohn von Melchior Jenny-Schindler. Melchior Jenny von Ennenda war zusammen mit Angehörigen der Familie Schindler Gründer der Textil-Druckerei Jenny & Schindler in Hard bei Bregenz. Er wurde einer der erfolgreichen Vorarlberger "Textil-Barone". Samuel Schindler gehörte bereits zur zweiten, im Vorarlberg geborenen Generation.

Bildung. Die Glarner Textilfabrikanten, zu denen sich die Douglass aus altem schottischem Adel gesellten, waren Kolonialisten in einem besondern Sinn, indem sie neben Kapital auch ihre Bildung einbrachten, um den Wissensstand über das neue Land, das sie betreten hatten, zu heben.

Liberal. Die "Tüchle-Barone" waren gebildet und liberal; sie interessierten sich für viel mehr als nur die industrielle Produktion. Ihre mehrfache Minderheitsposition als Ausländer, Evangelische und Liberale inmitten einer gut katholischen Bevölkerung hat sie zusätzlich angespornt, neben ihrem Können als Fabrikanten auch ihr umfassendes Wissen zu Gunsten der neuen Heimat einzubringen.

Protestanten. Der Bau einer evangelischen Kirche in Bregenz, auf den Grundmauern der vorher natürlich gründlich erforschten römischen Therme – Jenny und Douglass waren die treibenden Kräfte –, ergab sich nach anfänglichen Widerständen katholisch-klerikaler Kreise ohne Probleme.

Der Landesmuseumsverein. Samuel Jenny und andere gründeten 1857 den Vorarlberger Landesmuseumsverein, nachdem er, aber auch einer aus der Familie der Douglass, intensive Forschungen zur römischen Vergangenheit seiner Heimat betrieben und gar manche Entdeckung gemacht und sich als erfolgreicher Ausgräber profiliert hatte. Gar vieles, auch seine Visionen, hielt er als begabter Zeichner auf Papier fest. So gibt es eine Darstellung des römischen Bregenz (Brigantium), auf welcher Jenny bereits ein Amphitheater sah.

Der Landesmuseumsverein bildete aber auch eine gesellschaftliche Klammer, auf die es Jenny eben auch ankam. Im Bemühen um die Beschreibung und Erforschung des Landes waren sich die gebildeten Leute einig. Dem Verein gehörten die liberalen Unternehmer wie Jenny an, freiberuflich Tätige, Künstler, Repräsentanten des Kaiserreichs, aber auch der katholische Klerus, Bauern und Angehörige der Jüdischen Gemeinde Hohenems. Jenny wirkte aktiv an der Präsentation und Beschreibung der Funde im Landesmuseum mit und erstattete fast jedes Jahr einen Ausgrabungsbericht mit bildlicher Darstellung.

Die Römer in Vorarlberg (1872)
Author: John Sholto Douglass , Samuel 1837-1901 Jenny, Samuel Jenny
Publisher: Wagner
Year: 1872
Possible copyright status: NOT_IN_COPYRIGHT
Language: German


 [Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒ 

Donnerstag, 8. März 2018

[ #Bludenz ] Biotope in der Stadt Bludenz


Die Landschaft von Bludenz, das am Eingang zum Klostertal liegt, wird von den steil ansteigenden Bergen der Nördlichen Kalkalpen (Oberostalpin) geprägt.

Dabei erstreckt sich das Gemeindegebiet vom Galinatobel im Westen bis zum Mühlbach im Osten (Grenze zu Innerbraz). Die nördliche Gemeindegrenze wird von Gipfeln wie der Elsspitze (1980 MüM), dem Stierkopf (1801 MüM) und der Gamsfreiheit (2211 MüM) gebildet. Die Südgrenze verläuft den Flüssen Alfenz und Ill entlang; mit Ausnahme eines Stückes von Stallehr bis Innerbraz, wo das Bludenzer Gemeindegebiet am Schatthang des vordersten Abschnitt des Klostertales bis zur Devenna (1881 MüM) hinaufreicht. Bludenz hat damit Anteil an der submontanen, montanen, subalpinen und alpinen Höhenstufe.

Biotopausstattung
  • Gemeindefläche 2996,47 ha
  • Großraumbiotope 0,00 ha
  • Kleinraumbiotope 264,97 ha
  • gesamte Biotopfläche 264,97 ha
Insgesamt werden in der Gemeinde Bludenz 10 Biotope ausgewiesen. Die Biotopausstattung der Gemeinde umfasst die Magerweidenlandschaft der Brazer Allmein, zahlreiche artenreiche Magerwiesen vom Typ der Halbtrockenrasen, wärmeliebende Laubmischwälder, Bergmischwälder, trockene Föhrenwälder, Feuchtflächen am Talboden bei St. Peter und das Auengebiet an der Alfenz.

Dabei entfallen auf:

02 - Bäche und Flüsse   Gebiete: 1 11,11 % der Biotopfläche
04 - Auen- und Quellwälder Gebiete: 1 0,3 % der Biotopfläche
20 - Magerwiesen (Trespe) Gebiete: 36 36,23 % der Biotopfläche
26 - wärmeliebende Laubwälder Gebiete: 2 26,37 % der Biotopfläche
29 - Tobel-, Hang- und Schluchtwälder Gebiete: 1 2,92 % der Biotopfläche
31 - montan-subalpine Nadelwälder Gebiete: 2 23,6 % der Biotopfläche

VOGIS-Atlas. Die Biotopflächen sind auch digital erfasst und können über den VOGIS Atlas eingesehen werden.

Biotope. Unter BIOTOP wird in diesem Inventar der Standort einer in sich mehr oder weniger
geschlossenen Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren verstanden. Klassisches
Beispiel für einen Biotop wäre etwa ein Weiher, es kann aber genauso ein Waldstück,
eine Wiese etc. sein.

Häufig bilden einzelne Biotope in sich zusammenhängende Komplexe aus, wie etwa ein
Quellmoor mit der Quelle als Einzelbiotop und den angrenzenden nassen
„Quellsümpfen“. Dann wird von BIOTOPKOMPLEX gesprochen.
Besonders Großtiere haben Biotop übergreifende Reviere, oder ganze Landschaftsteile
bilden einen geschlossenen und vielfältigen Lebensraum von besonderer
Schutzwürdigkeit (z.B. Kanisfluh). In diesem Fall wird von einem GROSSRAUMBIOTOP
gesprochen.

Grundsätzlich ist Biotop ein allgemeiner Begriff. Ein Biotop muss nicht von vorneherein
besonders oder überhaupt schutzwürdig sein. Auch ein Garten ist z.B. ein Biotop mit
Kultur- und Wildpflanzen und einer großen Zahl an Tieren - beliebte und unbeliebte - sei
es im Boden oder an Pflanzen.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]


Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf den Inhalt sagt mehr:

Inhalt

Einführung 5
– Kurzer Rückblick und Ausblick 5
– Was ist ein Biotop? 6
– Wann gilt ein Biotop als BESONDERS SCHUTZWÜRDIG? 7

Gemeindebericht 9
– Geographie und Geologie 9
– Biotopausstattung 10
– Schutzstatus der Biotopflächen 12
– Verbindung zu angrenzenden Gemeinden 13
– Die Biotope der Gemeinde 15
Obere Furkla (Biotop 10301) 15
Montikel (Biotop 10302) 16
Radin (Biotop 10303) 17
Außerbraz (Biotop 10304) 19
Rungelin/Gasünd (Biotop 10305) 20
Außerbraz - Weide (Biotop 10306) 22
Grosse Bludenzer Aue (Biotop 10307) 24
Bings (Unterer Forst) (Biotop 10308) 25
Mühletobel (Biotop 10309) 26
Föhrenwälder bei Bludenz (Biotop 10310) 27
Fratteleuitobel (Biotop 11108) 29
– Gefährdungen 31
– Empfehlungen für Schutz und Erhalt 34

Was wurde bisher getan? 34
Was kann die Gemeinde tun für  34
Was kann der Einzelne tun für  36
Artenliste 39

Mittwoch, 28. Februar 2018

[ #Feldkirch ] Georg Joachim Rheticus (1514 bis 1574) - Feldkircher Astronom, Mathematiker und Arzt


Franz Josef Häfele aus Hohenems verdanken wir vielleicht die Klärung der Herkunft des Georg Joachim Rheticus

Ein Feldkircher hat die Welt verändert: Georg Joachim Rheticus (1514 -1574). Wäre er nicht gewesen, hätte Nikolaus Kopernikus (1473- 1543) sein Hauptwerk über das neue, heliozentrische Weltbild nie vollendet und zur Druckreife gebracht. Dessen "Revolutiones" wären der Welt wohl verborgen geblieben.

Georg Joachim Rheticus (auch Rhäticus, Rhaeticus, Rhetikus - * 16. Februar 1514 in Feldkirch, Österreich; † 4. Dezember 1574 in Kaschau, damals Ungarn; heute Košice, Slowakische Republik), eigentlich Georg Joachim von Lauchen, war ein österreichischer Mathematiker, Astronom, Theologe, Kartograph, Instrumentenmacher und Mediziner.

Wittenberg. Georg Joachim Rheticus studierte von 1532 bis 1536 an der Universität in Wittenberg. Er war ein enthusiastischer Lutheraner, Kollege und Zeitgenosse von Martin Luther (1483-1546) und Philipp Melanchthon (1497-1560). 1536 wurde der mathematische Lehrstuhl geteilt: Erasmus Reinhold (1511-1553) erhielt den Lehrstuhl für höhere Mathematik, Rheticus den für niedere Mathematik. 1538 begab er sich auf eine Studienreise, die ihn u.a. nach Nürnberg zu Johannes Schöner (1477-1547) führte. Hier lernte er wohl auch dessen Verleger Johannes Petrejus (1497-1550) kennen und dürfte von ihm den Auftrag erhalten haben, das Hauptwerk des Copernicus (1473-1543) nach Nürnberg zu holen, um es hier drucken zu lassen.

Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in Wittenberg begab er sich nach Frauenburg. Hier arbeitete er das Manuskript von De Revolutionibus durch und veröffentlichte 1540 darüber seine Narratio prima, die er Johannes Schöner widmete. Bis 1551 war er Professor der Mathematik in Leipzig, 1552/3 hielt er sich in Prag auf, wo er sein Studium als Doktor der Medizin abschloss. Ab 1554 praktizierte er in Krakau. Ende 1574 reiste er nach Kaschau in Ungarn, wo er Anfang Dezember starb.


Digitalisat: Georg Joachim Rheticus: Narratio prima. Georg Joachim Rheticus vertiefte sich wochenlang in das Manuskript des Astronomen Nikolaus Kopernikus. So sehr, dass Rheticus heute als der einzige Schüler Kopernikus gilt. Und er war der begeisterte Propagandist des kopernikanischen Heliozentrismus.

Erster Bericht. Begeistert fasste er seine Eindrücke in einem Schreiben an Johannes Schöner zusammen. Die Briefform war aber nur Rahmen; die Schrift mit dem Titel "Narratio prima" (lat., "Erster Bericht") war zum raschen Druck bestimmt. In tiefer Bewunderung verbeugte sich Rheticus darin vor "seinem Lehrer". Mit biographischen Anmerkungen ergänzt, führte er auf rund 30 Seiten durch dessen Lebenswerk.

Die Narratio prima ist als Retrodigitalisat auf der Website der Universität in Kansas City online. Mindestens eine Handvoll weiterer toller Retrodigitalisate von Schriften des Feldkircher Humanisten Georg Joachim Rheticus gibt es auch bei anderen Digitalisierungsinitiativen im Web online.


Propagandist des Heliozentrismus. Rheticus verdankt man nicht nur, dass das Werk der Copernicus zum Druck gelangte, er war selbst der Verfasser wichtiger geometrischer Werke, insbesondere verbesserte er die Sinustafeln. Seine berühmte Schrift "Narratio prima de libris revolutionum Copernici" (1540) fasste die Beobachtungen von Kopernikus zusammen, dessen Mitarbeiter und Schüler er war und dessen Werke auf seine Veranlassung gedruckt wurden. Er stellte wichtige trigonometrische Berechnungen an (Beginn einer 10-stelligen Tafel der goniometrischen Funktionen) und leistete bedeutende Vorarbeiten für die 1611 erfundenen Logarithmentafeln.

Denkmäler. Der am 17. Januar 1998 entdeckte Asteroid 15949 wurde nach dem Astronomen Georg Joachim Rhaeticus benannt. Freilich war schon 1651 ihm ein Denkmal gesetzt worden, als man einem Ringgebirge auf dem Mond den Namen "Rheticus" gab.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

[ #Vorarlberg ] Die Flechten Vorarlbergs


Den Flechten Vorarlbergs ist ein eigener Schwerpunktband der Reihe "forschen und entdecken" der inatura gewidmet. Das ganze Landesgebiet wurde kartiert – vom Bodenseeufer bis in die hochalpinen Regionen erstreckt sich das Arbeitsgebiet.


Die Darstellung der Arten erfolgt in Planquadraten, und nur im geistigen Auge gelingt es, den Aufwand zu erahnen, der hinter diesen Befunden steckt. Die meisten Arten sind mit mehreren Fundgebieten belegt, und die Bandbreite der Flechten je Rasterfeld reicht von 50 bis über 500 Arten.

Partnerschaft. Als Flechte (Lichen) bezeichnet man eine symbiotische Lebensgemeinschaft zwischen einem Pilz, dem so genannten Mykobionten, und einem oder mehreren Photosynthese betreibenden Partnern. Diese Photobionten, auch Phytobionten genannt, sind Grünalgen (Chlorophyta) oder Cyanobakterien. Die Eigenschaften der Flechten setzen sich deutlich von jenen der Organismen ab, aus denen sie sich zusammensetzen. Erst in der Symbiose bilden sich die typischen Wuchsformen der Flechten heraus und nur in Lebensgemeinschaft mit einem Photobionten bilden die Mykobionten die charakteristischen Flechtensäuren. Die Wissenschaft von den Flechten ist die Flechtenkunde oder Lichenologie.

Weltweit gibt es rund 25.000 Flechtenarten. In Mitteleuropa kommen davon etwa 2.000 vor. Der Anteil endemischer Arten ist bei Flechten viel niedriger als bei Blütenpflanzen. Flechten werden immer nach dem Pilz benannt, der die Flechte bildet, da es meist dieser ist, der ihr die Form und Struktur gibt. Während mehrere Photobionten in einer Flechte vorhanden sein können, findet man immer nur eine Pilzart. Flechten werden daher den Pilzen (Fungi) zugerechnet, unter denen sie als eigene Lebensform eine Sonderstellung einnehmen; sie sind also keine Pflanzen.

Lebensräume. Flechten sind in der Lage auch die unwirklichsten Lebensräume zu besiedeln, da sie durch die Symbiose eigentlich völlig unabhängig sind. Sie sind Extremisten. Als Pioniere gedeihen rund 20.000 Flechtenarten auf unserem Globus, auch jenseits der Grenzen der übrigen Pflanzenwelt. Auf Bäumen, Steinen, Gartenzäunen, Hausmauern, ja sogar auf Glas, Blech und anderen Orten sind sie anzutreffen.Flechten gelten als Indikatoren für die Qualität eines Naturraumes, da die Artenzahl und die Häufigkeit seltener Flechtenarten ein wertvolles Maß für die Beurteilung des Naturraumpotentials darstellen. Denn nur eine reich gegliederte Landschaft mit vielen naturnahen beziehungsweise natürlichen Biotopen und Kleinbiotopen bietet Lebensraum für viele Substratspezialisten und Flechten mit hohen, spezifischen Ansprüchen an die mikroklimatischen Standortsfaktoren.

Flechten. Diese Symbiose aus Pilzen und Algen, erregen durch die Art und Weise der Interaktion unser Staunen. Immerhin braucht es manchmal einen speziellen Untergrund zum Anheften und Chemikalien aus dem flüssigen Niederschlag oder aus der trockenen Deposition zum Überleben. Dennoch – oder gerade deshalb – zeigen die Flechten eine ungeheure Artenfülle. Wer für die kleinen Punkte und handtellergroßen Flecken schon die 10-fach Lupe eingesteckt hat, findet die bunten Siedler leichter. Selbst bei der hochalpinen Wanderung sind die Lebewesen auf dem Gletscher anzutreffen, der gerade den Moränenschutt weiterschiebt.

Heute ist der Nutzen der Flechten als Senke für Aerosole (Nitrat) bekannt. Mit Schwermetallen (z. B. Cadmium) können sie ebenfalls umgehen und sind auch noch Nahrungsgrundlage für manche Insekten und Schnecken.

Flechtenatlas. Veronika Pfefferkorn-Dellali und Roman Türk präsentieren 1070 Arten. Mit den guten Farbfotos gelang es, den Atlas der Flechten Vorarlbergs gleichermassen als Nachschlagewerk für den naturkundlich-interessierten Spaziergänger sowie als Bestandserhebung für den Wissenschaftler zu gestalten.


[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒

Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf den Inhalt gibt Auskunft:

Inhalt
Summary 9
Zusammenfassung 9
1. Einleitung 9
1.1 Geschichte der lichenologischen Erforschung Vorarlbergs 9
1.2 Was sind Flechten? 10
1.3 Flechten – Bioindikatoren 12
1.3.1 Flechten als Indikatoren für Luftschadstoffe 12
1.3.2 Flechten als Indikatoren für die Hemerobie von Waldbeständen 13
1.4 Anthropogene Beeinflussungen der Flechtenflora 13
1.5 Beurteilung des Flechtenbestandes in Vorarlberg 15
1.6 Besonders bemerkenswerte Flechtenarten für Vorarlberg 15
1.7 Schutzmöglichkeiten für Flechten 27
2. Die natürlichen Grundlagen der Flechtenverbreitung 27
2.1 Geologie 28
2.1.1 Die Molassezone 29
2.1.2 Die Nördliche Flyschzone und das Helvetikum 30
2.1.3 Die Südliche Flyschzone 30
2.1.4 Die Oberostalpinen Formationen (Kalkalpen) 30
2.1.5 Das Altkristallin 30
2.2 Klima 31
2.2.1 Die Niederschlags- und Feuchteverhältnisse 31
2.2.2 Die Temperaturverhältnisse 32
2.2.3 Die Windverhältnisse 32
2.3 Vegetation 33
3. Methodik 34
3.1 Herkunft der Daten 34
3.2 Darstellungsweise 35
3.2.1 Nomenklatur und Systematik 35
3.2.2 Höhenverbreitung 35
3.2.3 Substrat 35
3.2.4 Gefährdungsgrad 36
3.3 Verbreitungskarten 37
4. Fachausdrücke 43
5. Gattungen und ihre Arten 45
6. Flechten im Volksmund 241
7. Danksagung 241
8. Literaturverzeichnis 241
9. Anschrift der Autoren 247.

Dienstag, 20. Februar 2018

[ #Vorarlberg ] Der Wiener "blutige Sonntag" (1911) im Spiegel der Vorarlberger Presse

Denkmal für die Opfer vom 17. Sept.1911
Am Sonntag, den 17. September 1911 schoss das Militär "Ihrer Majestät", des habsburgischen Kaisers Franz Josef I. auf demonstrierende Arbeiter und Arbeiterinnen in Wien.

Am 17. September 1911, an einem Sonntag, eröffnete das Militär "Ihrer Majestät Franz Joseph I." – Regierungschef war Baron Paul Gautsch von Frankenthurn – in Wien das Feuer auf Demonstranten. Laut Polizeibericht folgten 36.000, laut Veranstaltern 100.000 Teilnehmer u.a. den Reden des sozialdemokratischen Politikers Franz Schuhmeier.

Tote, Verwundete, Eingekerkerte. Außer den vier toten Arbeitern Otto Brötzenberger, Franz Joachimsthaler, Leopold Lechner und Franz Wögerbauer, gab es 149 Verletzte, mehr als 488 Personen wurden verhaftet und 283 zu schwerem Kerker verurteilt. Justizminister Viktor von Hochenburger hatte dafür die Schwurgerichte, die eigentlich für "politische Verbrechen" zuständig waren, ausgeschaltet und die Staatsanwälte angewiesen, hohe Strafanträge zu stellen. Dabei hatte die Arbeiter letzlich nur Hunger und Not auf die Straße getrieben.

Weiterungen. Am 5. Oktober 1911 gab es darüber eine parlamentarische Debatte im Wiener Reichsrat. Als Victor Adler, unter dem Tagesordnungspunkt "Teuerungsrevolte" Justizminister Hochenburger für die Eskalation der Ereignisse verantwortlich machte, fielen Schüsse, welche ihr Ziel, nämlich Hochenburger und den späteren Ministerpräsident Karl Stürgkh verfehlten. Der Schütze, der 20-jährige arbeitslose Tischlergeselle Nikola Njegos wurde überwältigt und zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Er starb während der Haft.

Am Ottakringer Friedhof erinnert ein von den Sozialdemokraten gestiftetes Denkmal an die Opfer der Teuerungsrevolte. Der sozialdemokratische Redner Franz Schuhmeier wurde am 11. Februar 1913 von Paul Kunschak, dem geistig verwirrten, arbeitslosen Bruder des Begründers der christlichen Arbeiterbewegung und späteren Nationalratspräsidenten Leopold Kunschak, in der Halle des Wiener Nordwestbahnhofs erschossen.

Vorarlberg. Die Teuerungsrevolte, der "Blutsonntag" führte auch im Vorarlberger Landtag zu heftigen Debatten und zu einer sehr unterschiedlichen Bewertung in den weltanschaulich gebundenen Zeitungen. In ihrer Mittwochausgabe berichteten das christlichsoziale "Vorarlberger Volksblatt" und das "Bregenzer Tagblatt", das "Deutsch-freisinnige Organ für das Land Vorarlberg", am folgenden Tag die sozialdemokratische "Vorarlberger Wacht" ausführlich über die Vorgänge in der Reichshauptstadt. Gemäß der politischen Ausrichtung der Zeitungen fiel die Berichterstattung unterschiedlich aus.

Eine Beitrag darüber von Dr. Werner Bundschuh "Die Wiener Septemberunruhen - der "blutige Sonntag" von 1911 im Spiegel der Vorarlberger Presse" in der Zeitschrift Montfort steht bei der Johann-August-Malin-Gesellschaft sowohl als eText als auch als durchsuchbares PDF online.

Malin-Gesellschaft. Die Johann-August-Malin-Gesellschaft widmet sich der Erforschung der Vorarlberger Zeitgeschichte, und hier besonders ihren lange vernachlässigten Themen wie Antisemitismus, Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Sie bringt sich auch in öffentliche Debatten zu diesen Fragen ein. Die freundliche kostenfreie Online-Stellung ist ein Teil dieser auch sonst beachtenswerten Tätigkeit.


[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

Montag, 19. Februar 2018

[ #Rheintal ] Wiesenbrüterschutz in Vorarlberg: Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Kiebitz und Bekassine

Projekt des Naturschutzbundes Vorarlberg und der Niederwildreviere Auer Ried, Lustenau, Dornbirn Nord und Süd, Lauterach und Wolfurt.

Überdurchschnittlich guten Bruterfolgen bei Kiebitz und Großem Brachvogel in den Jahren 2009 und 2010 lassen sich nur mit einem Zusammenspiel mehrerer, besonders günstiger Faktoren (Witterungsverlauf, Schwerpunktbejagung etc.; beim Kiebitz auch getroffene Schutzmaßnahmen, angebaute Kulturen, Art und Weise der Bewirtschaftung) erklären. Freilich dürfte die seit 2008 in Vorarlberg unter Füchsen und Dachsen grassierende Staupe ebenfalls einen wesentlichen Einfluss gehabt haben.

Folgt Bekassine Uferschnepfe?
So erfreulich diese Ergebnisse sind, so dramatisch ist die Situation bei der Bekassine, zu der auch die trockene Aprilwitterung der letzten Jahre beigetragen haben dürfte. Mit nur mehr vier Revieren in Vorarlberg war der Bestand im Jahr 2010 so gering wie nie zuvor. Nach der Uferschnepfe, die in Vorarlberg ausgestorben sein dürfte, droht nun der Bekassine dasselbe Schicksal. In den Bekassinen-Gebieten sind dringend Maßnahmen wie z.B. Wiedervernässungen und die Anlage von Flachteichen erforderlich, auf die die Bekassine erfahrungsgemäß rasch positiv reagiert.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

Sonntag, 18. Februar 2018

[ #Dornbirn ] Dornbirn Lexikon

Arbeiterturner vor dem Arbeiterheim in Dornbirn (Vorarlberger Hof)
In diesem Lexikon sind Informationen über Dornbirn gesammelt. 

Das Lexikon wird vom Stadtarchiv Dornbirn zur Verfügung gestellt, alle Texte und Bilder stehen unter einer freien CC-by-nc-sa Lizenz. Diese ermöglicht es Ihnen, die Inhalte des Lexikons frei zu nutzen, solange die Autoren dabei genannt werden, die Verwendung nicht kommerziell erfolgt und Ihr Werk ebenfalls unter dieser Lizenz weitergegeben wird.

Das findet man:

1. Geschichte Dornbirns
Wichtige Daten zur Stadtgeschichte
Ur- und Frühgeschichte
Mittelalter
Neuzeit
Zeitgeschichte
Burgen
Die Dornbirner Bürgermeister seit der Stadterhebung
Dornbirner Familienbuch
Alte Gewichte u. Maße
Historischer Spaziergang

2. Gesellschaft und Geschichte
Gebräuche
Bevölkerung
Kultur
Vereine und Institutionen
Wirtschaft
Religionen

3. Geschichte in Straßen, Bauten, Umwelt
Ortsnamen
Stadtteile
Ortsteile
Bergparzellen
Straßen
Bauwerke
Berge
Alpen
Flüsse und Seen
Natur
Sehenswürdigkeiten

4. Geschichte von und durch Menschen: Personen
Bürger-Bauern-Originale
Dornbirner Personennamen
Dornbirner Geschlechter
Berufe
Kultur
Medizin
Politik
Religion
Sport
Wirtschaft und öffentliche Berufe
Opfer des Nationalsozialismus
Gefallene 1. Weltkrieg
Kriegsgefangene 1. Weltkrieg

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

[ #Dornbirn ] Dornbirner Familienbuch: Dornbirner Genealogie ab 1500 online

Die Familien- oder Ahnenforschung ist in Dornbirn durch das Dornbirner Familienbuch sehr einfach.

In ihm sind alle Einwohner von ca. 1500 bis 1920 aufgeführt. Dieses Buch  ist zur Gänze elektronisch erfasst und über das Internet verfügbar. Dies sind knapp 10.000 Familien mit über 49.000 Personen. Voraussetzung für die Benutzung ist die Bestimmungen der CC-by-nc-sa-Lizenz zu aktzeptieren.


CC-by-nc-sa-Lizenz. Als Autor bedeutet diese Lizenz für Sie, dass Sie den Text der Allgemeinheit zur Verfügung stellen und keine - auch nicht nachträglichen - finanziellen Vergütungen für die Weiterverwendung beanspruchen können. Ihre Beiträge dürfen zwar ohne Ihre Zustimmung für nichtkommerzielle Zwecke verwendet werden, dabei muss aber zwingend Ihr Name als Urheber angegeben werden. Eine kommerzielle Nutzung Ihrer Beiträge ist grundsätzlich ausgeschlossen, es steht Ihnen aber frei, eine solche gesondert (auch mit eventuellen finanziellen Forderungen verbunden) zu erlauben.

 [Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒

[ #Vorarlberg ] Ortsverzeichnis Vorarlberg


Besonders wertvoll sind die alphabetischen Verzeichnisse: Ortsverzeichnis, gegliedert nach Politischen Bezirken, Gerichtsbezirken und Gemeinden und der Siedlungsnamen. Bedeutsam natürlich auch die statistischen Daten dazu: Gebäude, Wohnungen, Haushalte, Einwohner, Nebenwohnsitze, Arbeitsstätten.

Volkszählung. Das Ortsverzeichnis von Österreich erscheint seit 1869 jeweils im Anschluss an Volkszählungen. Diese Publikation ist nicht nur nach Gemeinden sondern auch innerhalb jeder Gemeinde nach Ortschaften gegliedert Zusätzlich angeführt sind alle Siedlungsnamen die im Bereich einer Ortschaft liegen Eine Blattübersicht der Österreichischen Karte 1:50 000 und eine Gemeindegrenzkarte für das jeweilige Bundesland bilden den Anhang eines jeden der 9 Länderhefte.

Ortsverzeichnis. Wie bei früheren Ortsverzeichnissen wurde auch diesmal durch die Statistik Austria die Siedlungsgliederung in Zusammenarbeit mit den Gemeinden festgelegt Dabei wurde getrachtet, hinsichtlich des Namengutes eine möglichst weitgehende Übereinstimmung zwischen dem Ortsverzeichnis und der amtlichen Österreichischen Karte 1:50 000 des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen zu erzielen.

Der Gebietsstand des vorliegenden Ortsverzeichnisses entspricht bezüglich der Politischen Bezirke, Gerichtsbezirke und Gemeinden jenem der Volkszählung vom 15. Mai 2001 und ist mit dem vom 1. Jänner 2001 identisch Hingegen wurden Änderungen im Siedlungsbestand und bei Siedlungsnamen bis Redaktionsschluss vorgenommen.

Das Werk gibt für die Verwaltungseinheiten sowie für Ortschaften und Zählsprengel die Zahl der Gebäude, Wohnungen, Haushalte, Einwohner, Nebenwohnsitzfälle (erstmalig), nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsstätten sowie Land- und Forstwirtschaftlichen Betriebsstätten an

Die bis 1991 gebräuchlichen Ortschaftsbestandteile sind nur aufgelistet, es werden aber keine Daten mehr ausgewiesen Die Schreibweisen der Gemeindenamen sind gesetzlich festgelegt, jene der Ortschaften nur in einzelnen Bundesländern. Für Vorarlberg siehe dazu: "Vorarlberger Orts-, Flur-, Berg- und Flussnamen" .

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒

INHALTSVERZEICHNIS:
TEXTTEIL
Erläuterungen, Begriffe und Definitionen  11
TABELLENTEIL
Landesübersicht  24
Ortsverzeichnis, gegliedert nach Politischen Bezirken, Gerichtsbezirken und Gemeinden  29
ALPHABETISCHE VERZEICHNISSE
Politische Bezirke, Gerichtsbezirke und Gemeinden  85
Siedlungsnamen 89
ANHANG
Änderungsverzeichnis
Änderungen in der Verwaltungsgliederung vom 15.5.1991 – 1.1.2001 107
Änderungen in der Verwaltungsgliederung vom 2.1.2001 – 1.1.2004 108
Karten
Karte der Gemeindegrenzen  111
Österreichische Karte 1:50.000 im Bundesmeldenetz Blattschnitt 112
Österreichische Karte 1:50.000 im UTM Blattschnitt 113
Gliederung Österreichs in NUTS-Einheiten 116