Mittwoch, 9. August 2017

[ #Vorarlberg ] Liechtensteinisches Urkundenbuch [LUB II 1417-1510 - digital]


Die Geschichte Liechtensteins ist auf vielfältige Weise mit der Geschichte Vorarlbergs verwoben, ja über lange Zeit Teil der Geschichte Vorarlbergs.

Die heutigen Grenzen des liechtensteinischen Staates sind ein Ergebnis der wechselvollen Geschichte eines Gebietes, in dem seit dem 14. Jahrhundert die Herrschaftsorganisationen verschiedener Adelsgeschlechter wichtige Bausteine zu einer späteren Staatlichkeit beitrugen.

Im 15. Jahrhundert ist zudem grundsätzlich von mehreren Optionen auszugehen, die einen geeigneten allgemeinen Rahmen für die staatliche Verfestigung hätten bilden können. Ein LUB, das diesem Umstand Rechnung trägt und tragen muss, kann und darf sich nicht auf die Publikation des innerhalb der engen Landesgrenzen überlieferten Quellenbestandes beschränken. Allein der nachweisbare grosse eigene Quellenverlust zwingt zur Überwindung einer auf das heutige Staatsgebiet eingeschränkten Quellenoptik und rechtfertigt auch den Einbezug des in ausländischen Archiven liegenden, Liechtenstein relevanten Quellenmaterials in das LUB.
Nebst der V

Ziel eines ersten Bandes des LUB II ist die Edition der in in- und ausländischen Archiven nachgewiesenen Quellen für die von 1417 bis 1510 dauernde Herrschaftszeit der Freiherren von Brandis in der Grafschaft Vaduz und der Herrschaft Schellenberg (dem heutigen Fürstentum Liechtenstein) sowie in den zeitweise in ihrem Besitz stehenden Herrschaften Blumenegg (Vorarlberg, A) und Maienfeld (Graubünden, CH).

Nach dem Tod des Churer Bischofs Hartmann IV. von Werdenberg-Sargans-Vaduz 1416 gelingt es den Freiherren von Brandis, einem bedeutenden Adelsgeschlecht der Schweiz mit der Stammburg Brandis bei Lützelflüh im Kanton Bern, ihre Erbansprüche durchzusetzen, die sie aus der Heirat zwischen Wolfhart I. von Brandis mit Agnes von Montfort-Feldkirch, der Witwe des Grafen Hartmann III. von Werdenberg-Sargans-Vaduz, des Vaters des erwähnten Bischofs, herleiten. Die Freiherren von Brandis erwerben zunächst die Grafschaft Vaduz, die südlichen Teile der Herrschaft Schellenberg und die vorarlbergische Herrschaft Blumenegg, verkaufen ihre in der Schweiz gelegene Herrschaft Brandis und verlegen ihren Sitz ins Rheintal. Zwischen 1430-1437 erwerben sie den nördlichen Teil der Herrschaft Schellenberg und vereinigen so das Gebiet des heutigen Fürstentums Liechtenstein unter ihrer Herrschaft, die sie 1437 mit dem Erwerb der Herrschaft Maienfeld noch südwärts ausdehnen. Mit dem Verkauf der Herrschaft Maienfeld an die Drei Bünde und des übrigen Besitzes an den mit Verena von Brandis verheirateten Grafen Alwig von Sulz endet 1510 die Herrschaft der Freiherren von Brandis.

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