Sonntag, 6. August 2017

[ #Fußach ] Fußacher Rheindurchstich 1900: Der Landtag dagegen ...

Hochwasser in Lustenau vor der Rheinregulierung
Das größte Bauwerk des Industriezeitalters im Bodenseeraum.

Die "Rheinnot" des 19. Jahrhunderts, verursacht durch die sehr zahlreichen und von verheerenden Auswirkungen geprägten Überschwemmungen des Rheins, erlebte erst sehr spät eine Linderung. Das Ende der langen Vorgeschichte des Staatsvertrages von 1892 wurde durch die Überschwemmungen von 1888 und 1890 wesentlich beschleunigt. Die endlich beschlossene Beschleunigung des Stromlaufs durch Verengung des Flußbetts und durch den Bau der Fußacher und Diepoldsauer Durchstiche war auch noch nach dem Abschluss des Staatsvertrages noch lange Zeit umstritten.




Vorarlberger Landtag dagegen. Während die Gemeinden Gaißau, Höchst, Lustenau, Hohenems, Altach, Mäder und Götzis 1881 bei Kaiser Franz Joseph I. anläßlich seines Aufenthaltes im Land vorsprachen und die Durchstiche befürworteten sowie 10 Vorarlberger Gemeinden 1882 eine diesbezügliche Eingabe bei der Innsbrucker Statthalterei machten, sprach sich der Vorarlberger Landtag am 21. Oktober 1882 mit 12 gegen 4 Stimmen gegen jeden in die Fußacher Bucht mündenden Durchstich aus.

Modernste Technik. Als man schließlich zu bauen begann, kam es zum Einsatz modernster Technik, die denn auch oft stolz ins Bild gesetzt wurde. Es war die größte Baustelle Mitteleuropas. Über diejenigen, die die Maschinen bedienten und über die Bauarbeiter, rund 1000 arbeiteten zu Spitzenzeiten am Werk, wird merkwürdigerweise so gut wie nichts berichtet. Für den Bau der Dämme und Wuhre waren jedenfalls fast 60.000 m³ Kiesmaterial erforderlich, die Mauer- und Vorgrundsteine sowie das übrige Steinmaterial, das aus dem Steinbruch Unterklien bei Hohenems bezogen wurde, noch nicht mitgerechnet.

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